Ramadan Jemen lässt 92 mutmaßliche Qaida-Kämpfer frei

Der Jemen hat anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan eine Amnestie für 92 mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation al-Qaida erlassen. Sie hätten Reue gezeigt und sich verpflichtet, in Zukunft die Gesetze zu achten.


Oktober 2000: Anschlag auf den Zerstörer Cole im Hafen von Aden
DPA

Oktober 2000: Anschlag auf den Zerstörer Cole im Hafen von Aden

Sanaa - Richter Hammud al-Hitar kündigte gleichzeitig an, Ende des Monats würden 65 mutmaßliche Terroristen vor Gericht gestellt werden. Dazu gehörten auch Tatverdächtige für den Anschlag auf das amerikanischen Kriegsschiff "USS Cole" im Hafen von Aden.

In islamischen Ländern ist es üblich, während des Ramadans Gefangene frei zu lassen. Neben den al-Qaida-Verdächtigen kommen noch 1500 andere Straftäter in den Genuss eines entsprechenden Erlasses von Präsident Ali Abdullah Saleh.

Nach al-Hitars Angaben wurden insgesamt 246 mutmaßliche Terroristen verhört, die seit dem 11. September 2001 in Haft genommen wurden. Davon seien 92 für eine Freilassung in Frage gekommen, während gegen 65 ein Gerichtsverfahren für notwendig erachtet worden sei. Al-Hitar sagte zur Begründung der Freilassung der al-Qaida-Verdächtigen, sie hätten Reue gezeigt und sich verpflichtet, die Gesetze des jemenitischen Staates künftig einzuhalten.

Bei dem Anschlag auf die "USS Cole" waren im Oktober 2000 insgesamt 17 US-Soldaten ums Leben gekommen. Der Prozess gegen die Tatverdächtigen wurde nach jemenitischen Angaben bislang verschoben, weil die US-Behörden noch Beweismaterial zusammentragen wollten.



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