Randale in Frankreich Frau lebensgefährlich verletzt

Ein Jahr nach Beginn der Vorstadtunruhen haben Jugendliche in der südfranzösischen Stadt Marseille einen Bus in Brand gesteckt. Dabei erlitt eine junge Frau lebensgefährliche Verletzungen.


Marseille - Die 26-jährige Frau schwebe in Lebensgefahr, teilten die behandelnden Ärzte mit. 60 Prozent ihrer Haut seien verbrannt. Nach Angaben der Polizei sind bei dem Brandanschlag auf den Bus drei weitere Menschen verletzt worden und mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Am Tatort: Polizisten untersuchen den Bus nach dem Brandanschlag
AP

Am Tatort: Polizisten untersuchen den Bus nach dem Brandanschlag

Laut Augenzeugenberichten waren gestern gegen 22 Uhr drei junge Männer im südfranzösischen Marseille in den Bus gestiegen und hatten dort eine brennbare Flüssigkeit ausgekippt. Die Täter seien dann geflüchtet, teilte die Polizei unter Berufung auf Augenzeugen mit. Der zuständige Staatsanwalt Jacques Beaume sprach von einem "regelrechten Hinterhalt", in der der Bus geraten sei.

Vor zwei Tagen hatte sich der Jahrestag des Beginns der Jugend-Krawalle in Frankreich gejährt. Trotz verstärkter Sicherheitsvorkehrungen aber hatten Jugendliche bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag randaliert, vor allem im Großraum Paris. Dort hatten Unbekannte nach dem gleichen Muster wie in Marseille einen Buss gekapert und in Brand gesteckt: Alle 15 Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon. Sie konnten den Bus rechtzeitig verlassen konnten.

Die Jugend-Unruhen im Herbst 2005 hatten Frankreich wochenlang in Atem gehalten. Auslöser war der Tod zweiter Jugendlicher auf der Flucht vor der Polizei. Bei den Krawallen hatten vornehmlich aus afrikanischen und arabischen Familien stammende Jugendliche Tausende Autos in Brand gesteckt.

anr/AP/AFP/Reuters



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