Randale in Nordirland Krawallnacht in Belfast

Sie warfen mit Brandsätzen und Steinen auf Polizisten: In Nordirland ist es in der dritten Nacht in Folge zu Krawallen radikaler Protestanten gekommen. Die Sicherheitskräfte antworteten mit Gummigeschossen auf die Attacken.


Belfast - Wieder eine Krawallnacht in Belfast: Protestanten hätten Polizisten mit Brandsätzen und anderen Wurfgeschossen angegriffen, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Die Sicherheitskräfte seien mit Gummigeschossen gegen die Angreifer vorgegangen. Ein Beamter sei durch die Attacken verletzt worden.

Es war die dritte Randale-Nacht in Belfast in Folge. Am Samstag waren bereits sieben Beamten verletzt worden, als sie von vermummten Jugendlichen mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen beworfen wurden. Am Freitag hatte es bei der Polizei 32 Verletzte gegeben, zudem musste ein Politiker ins Krankenhaus gebracht werden, als er bei einem Vermittlungsversuch von einem Stein getroffen wurde.

Auslöser der Unruhen ist das Verbot, einen Marsch des protestantischen Oranierordens durch eine Straße im Norden Belfasts führen zu lassen. Mit der traditionellen Parade am 12. Juli erinnert der Orden an den Sieg von Wilhelm von Oranien über den katholischen König Jakob II. in der Schlacht von Boyne 1690. In der britischen Region Nordirland bekämpfen sich seit Jahrzehnten London-treue Protestanten und katholische Republikaner, die Nordirland als Teil der Republik Irland sehen wollen.

Nordirlands Regierungschef Peter Robinson forderte ein Ende der Gewalt. "Es ist sehr wichtig, dass sich in dieser Lage kühle Köpfe durchsetzen", sagte Robinson. Er hoffe, dass sich die Menschen an den Aufruf des Oranierordens hielten, auf Gewalt zu verzichten. Robinson betonte, der einzige zulässige Protest sei "ein legaler und friedlicher Protest".

als/dpa/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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shatreng 15.07.2013
1. immer diese Christen
Um mal beim SPON-Forum-Niveau zu bleiben: "Christentum ist Frieden"
paxchristi 15.07.2013
2. immer diese Unbeteiligten, welche wenig Ahnung haben...
Nun, einmal denke ich, dass sie als Nicht-Ire wenig von dem Konflikt verstehen, deswegen zieht ihr Kommentar in sarkastischem Unterton nicht. Wir Iren möchten unser Kernland zurück, Britannien ist schuld an Jahrhunderte langer Unterdrückung. Bei vielen arbeitslosen Jugendlichen kochen dann die Emotionen hoch, sie suchen Streit, allein schon, um sich die Langeweile zu vertreiben. Das befürworten weder die katholischen Bischöfe, noch die anglikanischen und presbyterianischen Geistlichen. Der Konflikt hat im Grunde nichts mit Religion zu tun, die Religion ist dennoch auf beiden Seiten fester Bestandteil der nationalen Identität. Und darum geht es bei diesem Konflikt: Nationalismus. Ich tendiere inzwischen zu einem multikonfessionellen, unabhängigen nordirischen Staat.
polat35 15.07.2013
3.
das sind friedliche demonstranten in irland die polizeigewalt muss gestopt werden, der Präsident zurücktreten.
ambulans 15.07.2013
4. bildunterschrift:
protestantischer pöbel bei üblicher randale, staatszugehörigkeit: UK/britisch
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