Randale in Riga Demonstration vor lettischem Parlament endet in Straßenschlacht

Hunderte Demonstranten haben nach einer Großkundgebung in Riga versucht, das lettische Parlament zu stürmen. Die Polizei stoppte die Menge - es kam zu Ausschreitungen in der Innenstadt.

Riga - Mehrere hundert Jugendliche haben sich Dienstagabend in der lettischen Hauptstadt Riga Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Nach einer friedlichen Demonstration von mehreren tausend Regierungsgegnern zogen einige hundert zum Parlament und forderten in Sprechchören dessen Auflösung. Danach versuchten sie, das Gebäude zu stürmen.

Randale in der lettischen Hauptstadt: Gewaltsamer Protest gegen die Regierung

Randale in der lettischen Hauptstadt: Gewaltsamer Protest gegen die Regierung

Foto: AFP

Die Polizei trieb die Angreifer mit Schlagstöcken und Tränengas zurück. Daraufhin zogen Jugendliche randalierend durch die Innenstadt, warfen Fensterscheiben am Finanzministerium und anderen Gebäuden ein und stürzten Polizeiwagen um.

Erst nach drei Stunden hatte die Polizei die Lage unter Kontrolle. 126 Personen wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Viele Randalierer seien betrunkene junge Männer gewesen, hieß es. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden 32 Menschen verletzt.

Die steigende Arbeitslosigkeit und verschiedene Reformen, darunter Steuererhöhungen, sorgen zunehmend für Unmut in der Bevölkerung. Viele machen die Regierung des baltischen Staates für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich.

Die lettische Wirtschaft wuchs jahrelang in rasantem Tempo, befindet sich jetzt aber in einer Rezession. In diesem Jahr soll die Wirtschaftsleistung um fünf Prozent zurückgehen. Der Internationale Währungsfonds und skandinavische Länder wollen der Regierung Finanzhilfen gewähren.

phw/Reuters/AP
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