Randale Krawalle erschüttern Athen bis tief in die Nacht

Die griechische Regierung kündigte eine Null-Toleranz-Strategie an - genutzt hat es nichts: In Athen lieferten sich Jugendliche und Sicherheitskräfte bis tief in die Nacht erneut schwere Straßenschlachten. Die Randalierer warfen mit Steinen und Flaschen, die Polizei setzte Tränengas ein.


Athen - Griechenlands Hauptstadt im Ausnahmezustand: Im Zentrum von Athen kam es bis tief in die Nacht zu schweren Straßenschlachten. Maskierte verschanzten sich in zwei Gebäuden der Universität und der Polytechnischen Hochschule und warfen immer wieder Steine und Flaschen auf Polizisten. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.

Zuvor hatten Jugendliche auch die Universität von Athen besetzt und die Fahne der anarchistischen Bewegung gehisst. In mehreren Teilen der Stadt wurden Fensterscheiben von Banken eingeworfen oder Abfallbehälter in Brand gesetzt. Insgesamt beteiligten sich mehrere tausend Personen an den Straßenschlachten.

Anlass der Krawalle am Wochenende war der erste Jahrestag des Todes des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos, der von Polizisten erschossen wurde.

In Athen wurden 177 Personen wegen Störung der öffentlichen Ordnung verhaftet. Weitere 103 wurden in Thessaloniki verhaftet. Auch in Patras und Ioannina kam es zu Demonstrationen.

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Jahrestag: Linke randalieren in Athen
Die seit Oktober amtierende Regierung der linksgerichteten Pasok verteidigte das härtere Vorgehen der Polizei und kündigte eine Null-Toleranz-Strategie an. Der für den Zivilschutz zuständige Minister Michalis Chrisochoidis sagte: "Vandalen und Hooligans haben mit Demokratie nichts zu tun." Erst tief in der Nacht beruhigte sich die Lage. Bei den Ausschreitungen am Sonntag waren mindestens 30 Menschen verletzt worden.

Mehr als 10.000 Polizisten sind seit Samstag im Einsatz. Für Montagnachmittag wurde in der griechischen Hauptstadt eine neue Demonstration von Schülern, Studenten und Lehrern angekündigt.

als/AP/dpa

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eikfier 07.12.2009
1. Pädagogik
Zitat von sysopDie griechische Regierung kündigte eine Null-Toleranz-Strategie an - genutzt hat es nichts: In Athen lieferten sich Jugendliche und Sicherheitskräfte bis tief in die Nacht erneut schwere Straßenschlachten. Die Randalierer warfen mit Steinen und Flaschen, die Polizei setzte Tränengas ein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,665505,00.html
Ganz allgemein ist festzustellen, daß etwa mit dem systematischen Einsatz des furchtbaren Sprengstoffgürtels das Zeitalter der Rohrstock-Pädagogik endgültig vorbei ist und Platz gemacht hat der mühsamen Überzeugungs- und Verhandlungspädagogik - nun muß sich das nur noch gründlich ´rumsprechen...!
Sackaboner 07.12.2009
2. Krawall
Krawall macht halt mehr Spaß als konstruktives Engagement. Und man kann sich darüberhinaus auf den Zorn über den Tod eines Mitbruders berufen. Das fehlt noch in Berlin, dass man Krawalle anzettelt wegen des Todes von Rudi Dutschke oder Benno Ohnesorg. Früh übt sich halt, wer ein guter Heuchler werden will.
mzwk 07.12.2009
3. My one
Leute schaut genau hin. Das alles wird bald auch bei uns passieren, macht euch nichts vor.
Fabian G, 07.12.2009
4. -..
Zitat von sysopDie griechische Regierung kündigte eine Null-Toleranz-Strategie an - genutzt hat es nichts: In Athen lieferten sich Jugendliche und Sicherheitskräfte bis tief in die Nacht erneut schwere Straßenschlachten. Die Randalierer warfen mit Steinen und Flaschen, die Polizei setzte Tränengas ein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,665505,00.html
tja wieso die jugendlichen in griechenland dieses jahr laufend randaliert haben, darüber verliert man hier nichts. und die mit foristen schmeissen die griechen mit schanzen chaoten in einen topf. dass griechenland aber nicht das schöne urlaubsland ist, für die die da wohnen, das hat hier noch keiner begriffen. das land ist am boden, keine krankenversorgung, bildung, arbeit und die politiker schanzen sich in ihren lobbys nur das geld gegenseitig zu. hmm klingt fast als ob es auch hier passiert. ich habe ja normalerweise keine sympathie mit randalierern. aber wenn man sich mit dem thema ein weinig beschäftigt und herausfindet wieso die leute das machen, dann schon. die leute haben einfach keine wahl mehr.
don_tango 07.12.2009
5. Anarchie
Griechenland und die USA stehen kurz vorm Bankrott, dann gehts erst richtig los, auch bei uns. Wenn erst mal die ersten Dominosteine fallen, wird es ganz schnell gehen. Die Konserven stapeln sich schon im Keller. Aber wenn man das jemanden sagt, wird man in der Regel nur ausgelacht. Ich weiß nicht ob ich mir wünschen soll, ob ich der letzte bin der lacht...
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