Damaskus Ranghohes Hamas-Mitglied getötet

In einem Vorort von Damaskus ist offenbar ein wichtiger Vertreter der Hamas getötet worden. Der Mann war einst Stellvertreter des früheren Hamas-Anführers Mahmud Mabhuh. Ein Mitglied der radikalislamischen Miliz beschuldigt den israelischen Geheimdienst der Tat.


Gaza-Stadt - Ein ranghoher Funktionär der Hamas ist offenbar in Damaskus getötet worden. Wie ein Sprecher der radikalislamischen Palästinensergruppe mitteilte, kam Kamal Ghanadscha, der auch unter dem Namen Nisas Abu Mudschahed bekannt war, in der Nacht zum Donnerstag bei einem Angriff von Unbekannten ums Leben.

Israelische Medien hatten zuvor berichtet, Ghanadscha sei in seinem Haus in der syrischen Hauptstadt erschossen worden. Ein Mitglied der Palästinenserorganisation sagte der Nachrichtenagentur AFP, nach Informationen seiner Organisation stehe der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad hinter der Tat.

Den Angaben zufolge war Ghanadscha einst ein Stellvertreter des 2010 in Dubai getöteten Hamas-Funktionärs Mahmud Mabhuh. Die Behörden des Emirats beschuldigten damals ebenfalls den Mossad, Mabhuh ermordet zu haben. Israel wies die Vorwürfe stets zurück. Die im Gaza-Streifen regierende Hamas wurde jahrelang von der syrischen Führung gegen Israel unterstützt.

In den vergangenen Wochen gab es neue Gewalt zwischen Israel und Palästinensern. Palästinenser feuerten aus dem Gaza-Streifen Raketen auf israelisches Gebiet, die israelische Armee flog Luftangriffe auf den Gaza-Streifen.

Nun wollen Palästinenser und Israel Gespräche wieder aufnehmen. Für kommenden Sonntag seien in Ramallah Gespräche zwischen dem palästinensischen Präsident Mahmud Abbas und dem stellvertretenden israelischen Ministerpräsidenten Schaul Mofas geplant, teilte der palästinensische Unterhändler Sajeb Erakat am Donnerstag mit.

Mofas' Sprecher Imri Masor bestätigte die Vorbereitung eines Treffen, nannte jedoch keinen Termin. Bislang hatten die Palästinenser die Wiederaufnahme der Friedensgespräche von einem Baustopp für jüdische Siedlungen abhängig gemacht. Israel hingegen bestand auf Verhandlungen ohne Bedingungen.

fab/AFP/dapd



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