Ilhan Omar und Rashida Tlaib US-Politikerinnen beklagen israelisches Einreiseverbot

Mit scharfen Worten haben Ilhan Omar und Rashida Tlaib das Verhalten Israels kritisiert - das den US-Demokratinnen die Einreise verweigert hatte. Tlaib berichtete emotional über ihre Großmutter im Westjordanland.
Rashida Tlaib (l.), Ilhan Omar: Reise nach Israel geplatzt

Rashida Tlaib (l.), Ilhan Omar: Reise nach Israel geplatzt

Foto: CRAIG LASSIG/EPA-EFE/REX

Die beiden demokratischen US-Kongressabgeordneten Ilhan Omar und Rashida Tlaib haben das Verbot ihrer Einreise nach Israel scharf kritisiert. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im US-Staat Minnesota beklagten die beiden am Montag (Ortszeit), auch vielen anderen verweigere Israel die Einreise.

Die beiden Demokratinnen hatten einen politischen Besuch in Israel und in den Palästinensergebieten geplant. Israels Regierung hatte am Donnerstag aber verkündet, die beiden würden nicht ins Land gelassen.

Tlaib sagte, alle Amerikaner sollten angesichts des Vorgehens Israels zutiefst beunruhigt sein. Sie warf der israelischen Regierung eine systematische Unterdrückung der Palästinenser vor.

Unter Tränen erzählte die Tochter palästinensischer Einwanderer von Beschränkungen, unter denen ihre eigene Familie zu leiden gehabt habe. Die Checkpoints in Israel etwa nannte sie entwürdigend.

Omar rief andere Politiker auf, nach Israel zu fahren und sich ein Bild von der Unterdrückung der Palästinenser in dem Land zu machen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und US-Präsident Donald Trump dürften nicht damit durchkommen, die grausame Realität der Besatzung von Gebieten durch Israel zu verstecken.

Großmutter habe ihr zur Absage geraten, so Tlaib

Als Begründung für das Einreiseverbot nannte die israelische Regierung, dass sich beide im US-Kongress für Gesetze zum Boykott Israels einsetzten. Die Entscheidung sorgte für große Empörung - noch dazu, weil Trump Israel zuvor unverhohlen dazu gedrängt hatte, Omar und Tlaib nicht einreisen zu lassen.

Tlaib, die als Tochter palästinensischer Einwanderer in Detroit geboren wurde, hatte schließlich einen Antrag auf Familienbesuch gestellt, um ihre Großmutter im besetzten Westjordanland sehen zu können. Sie versicherte, jegliche Beschränkungen zu respektieren und während des Besuchs nicht für Boykotte Israels zu werben. Israel gewährte ihr daraufhin einen privaten Besuch. Doch kurz darauf machte Tlaib einen Rückzieher sagte den Trip am Freitag komplett ab.

Sie habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, so Tlaib. Ihre Großmutter habe sie aber darin bestärkt, sich keinen Restriktionen zu unterwerfen.

jok/dpa