Reaktion auf Attentat Israel bombardiert Schmugglertunnel im Gaza-Streifen

Mit Luftschlägen im Gaza-Streifen hat die israelische Armee auf das Bombenattentat in Jerusalem reagiert. Bei den Angriffen wurden Schmugglertunnel und ein Ausbildungszentrum getroffen - Verletzte gab es offenbar nicht.


Gaza - Am Mittwoch hatte der schwerste Bombenanschlag seit 2004 das Zentrum Jerusalems erschüttert, die Reaktion der israelischen Armee folgte prompt. Die Luftwaffe des Landes hat palästinensischen Polizeiangaben zufolge am Donnerstag Ziele im Gaza-Streifen angegriffen. Unter anderem seien Ausbildungszentren und Schmugglertunnel militanter Palästinenser getroffen worden. Verletzte gab es den Berichten zufolge nicht.

Israels Premier Benjamin Netanjahu hatte am Mittwochabend eine deutliche Antwort auf den Anschlag in Jerusalem angekündigt. Bei dem Attentat an einer Bushaltestelle waren eine 60 Jahre alte Frau getötet und mehr als 20 Menschen verletzt worden. Wie von britischer Seite bestätigt wurde, handelte es sich bei der Getöteten um eine Britin. Israelischen Polizeiangaben zufolge war sie als Touristin unterwegs.

Die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gaza-Streifen sind die schlimmsten seit mehr als zwei Jahren. Im Dezember 2008 hatte Israel auf monatelange Raketenangriffe mit einer dreiwöchigen Offensive im Gaza-Streifen reagiert. Dabei wurden rund 1400 Palästinenser getötet, darunter Hunderte Zivilisten. Bei den Angriffen kamen auch 13 Israelis ums Leben.

Unterdessen nahmen nach Angaben der Extremistengruppe Islamischer Dschihad palästinensische Sicherheitskräfte zehn ihrer Mitglieder im Westjordanland fest. Unter den Festgenommenen seien zwei Anführer der Extremistengruppe im Westjordanland. Festnahmen von Mitgliedern des Islamischen Dschihads sind selten. Üblicherweise zielen Razzien auf die Hamas ab - den Rivalen der von Präsident Mahmud Abbas geführten Fatah, die das Westjordanland kontrolliert.

jok/AFP/Reuters



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