Reaktion auf Bush-Rede "Der kriegerischste und grässlichste Präsident"

US-Präsident George W. Bush zählt Nordkorea neben dem Iran und dem Irak zur "Achse des Bösen". Dass er in der kommenden Woche Südkorea besuchen wird, sorgt beim Erzfeind im Norden der geteilten Halbinsel für aggressive Stimmung. Sogar von der Gefahr eines Krieges ist die Rede.


George W. Bush
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George W. Bush

Seoul/Washington - In Nordkorea wird kräftig gegen den amerikanischen Präsidenten polemisiert. In einem Kommentar der staatlich gelenkten Zeitung "Minju Joson" wurde Bush als der "kriegerischste und grässlichste Präsident" in der "Reihe der US-Herrscher" bezeichnet. Verzweifelt suche er die Konfrontation mit der Demokratischen Volksrepublik Korea.

US-Außenminister Colin Powell trat Spekulationen entgegen, Bush habe einen nahe bevorstehenden Angriff auf den Irak angekündigt. Dem Haushaltsausschuss des Senats sagte Powell laut "Washington Post", es gebe keine Pläne für einen bewaffneten Konflikt gegen eines der drei Länder, die Bush als "Achse des Bösen" bezeichnet hatte.

Der ehemalige US-Botschafter und Spitzendiplomat Richard Holbrooke hält Bushs Konstruktion einer Achse vom Irak über den Iran nach Nordkorea für falsch. "Es gibt keine Achse des Bösen", sagte er. Es seien drei unterschiedlich "böse Länder". Das wahre Problem sei der Irak. Holbrooke kritisierte den Vater von George W. Bush. 1991 hätten die USA die Chance verpasst, den Diktator von Bagdad zu stürzen. Dies sei ein schwerer außenpolitischer Fehler gewesen. George W. Bush habe dieselben Berater, die sein Vater Anfang der neunziger Jahre hatte. Sie hätten jedoch den Fehler erkannt. George W. werde wohl den Fehler seines Vaters ausmerzen. Er glaube nicht, dass die amerikanische Regierung den Versuch unterlassen werde, Saddam zu stürzen.

Auch Bundesaußenminister Joschka Fischer sagte, es bringe keinen Fortschritt im Kampf gegen den Terrorismus, wenn der Irak, der Iran und Nordkorea in einen Topf geworfen würden. Gegenüber der "Welt" sagte Fischer, es werde nicht gut gehen, "ohne zwingende Beweise etwas einzuleiten, das zu einsamem Handeln führt".



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