Reaktion auf Proteste Nigerias Regierung senkt Benzinpreis drastisch

Goodluck Jonathan reagiert auf die wütenden Proteste in seinem Volk: Nigerias Präsident kündigte an, die Benzinpreise sofort senken zu wollen. Zuvor hatten Streiks das Land lahmgelegt, fünf Menschen waren bei blutigen Ausschreitungen gestorben.

Tankstelle in Lagos: Benzinpreis rauf - Benzinpreis wieder runter
AFP

Tankstelle in Lagos: Benzinpreis rauf - Benzinpreis wieder runter


Lagos - Die anhaltenden Proteste und Streiks in der nigerianischen Bevölkerung zeigen Wirkung. Präsident Goodluck Jonathan hat eine Senkung der Benzinpreise um rund 30 Prozent angekündigt. Aufgrund der "harten Umstände, unter denen die Nigerianer leiden" habe die Regierung beschlossen, den Spritpreis auf 97 Naira (rund 47 Cent) pro Liter zu senken, sagte Jonathan am Montag in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Gleichwohl werde die Regierung weiterhin eine Liberalisierung des Ölsektors vorantreiben, sagte er.

Die nigerianische Regierung hatte zum Jahreswechsel Subventionen aufgehoben, weshalb der Spritpreis von 65 Naira pro Liter auf teils mehr als 140 Naira gestiegen war. Seit einer Woche halten deshalb landesweite Streiks und Proteste an. Für das Wochenende waren sie ausgesetzt worden. Am Montag erklärten die Gewerkschaften, an den Streiks generell festhalten zu wollen, auch wenn sie zunächst wegen Sicherheitsbedenken ausgesetzt würden.

Unterdessen übernahmen nigerianische Soldaten die Kontrolle über ein Protestlager in Lagos, in dem sich seit Tagen regelmäßig Demonstranten versammeln. Die Streitkräfte errichteten Straßensperren und sperrten einen Park, in dem Kundgebungen stattfanden. Ein Demonstrant sagte, die Soldaten hätten auch Musikinstrumente zerstört und eine Bühne abgebaut.

Seit Wochenbeginn protestiert die Bevölkerung Nigerias gegen die sprunghaft angestiegenen Preise, bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten kamen bisher mindestens fünf Menschen ums Leben.

jok/AFP



insgesamt 19 Beiträge
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genesys 16.01.2012
1. Beim Blick
Zitat von sysopGoodluck Jonathan reagiert auf die wütenden Proteste in seinem Volk: Nigerias Präsident kündigte an, die Benzinpreise sofort senken zu wollen. Zuvor hatten Streiks das Land lahm gelegt, fünf Menschen waren bei blutigen Ausschreitungen gestorben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,809255,00.html
Beim Blick auf die Preise an unseren Tankstellen ist ein ordentlicher Protest hier auch notwenig - aber bitte ohne die Toten.
jakiri 16.01.2012
2. Nanana...
Zitat von genesysBeim Blick auf die Preise an unseren Tankstellen ist ein ordentlicher Protest hier auch notwenig - aber bitte ohne die Toten.
...kann ja wohl nicht sein, dass Sie die wirtschaftlichen Verhältnisse eines Westeuropäers mit denen eines Westafrikaners vergleichen. Selbst 47 Cent pro Liter ist für die Menschen dort eine Menge Geld - ich glaube mehr als bei uns 1,60 € für einen Liter Sprit. Der Benzinpreis ist hier nur der Tropfen der das Fass zum überlaufen gebracht hat - in Afrika hakt es an unterschiedlichsten Dingen!
helmutgeorgi 16.01.2012
3. Riots
Vor den Zeiten Babangidas waren es einige Kobos per Liter, vährend Abachas Zeiten war das "cueing" in und die einzige funtkionierende Raffinerie lieferte nur schwarz in den Bush . . . Heute gibt's VAT, Demokratie und Sprit satt - so what?
Toebbens 16.01.2012
4. Ist es das wert?
Eine kurze Internetsuche erbringt drei Zahlen: Die nigerianischen Staatseinnahmen betragen etwa 14 Milliarden $ jährlich. Die Staatsausgaben liegen in der Höhe von 22 Mrd. $. Und die Subventionen für billiges Benzin kosten den Staat jährlich 8 Mrd. $! Also fast 60% der Staatseinnahmen! Ob das ein sinnvolles Budget ist?
fabian03 16.01.2012
5.
Zitat von sysopGoodluck Jonathan reagiert auf die wütenden Proteste in seinem Volk: Nigerias Präsident kündigte an, die Benzinpreise sofort senken zu wollen. Zuvor hatten Streiks das Land lahm gelegt, fünf Menschen waren bei blutigen Ausschreitungen gestorben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,809255,00.html
Bravo SPON. Wenn die systematische Verfolgung und Ermordung von Christen durch Islamisten in Nigeria schon kein Thema ist, hat es wenigstens der Benzinpreis in die Medien geschafft. Man muss eben Prioritäten setzen.
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