Reaktionen auf "Anatomie einer Krise" Von "Shut up" bis "Großes Lob"

Selten hat eine SPIEGEL-ONLINE-Serie ein so starkes (und kontroverses) internationales Echo gefunden wie die 13-teilige "Anatomie einer Krise" von Jochen Bölsche, der die Hintergründe des weltpolitischen Geschehens zwischen Mitte Februar und Mitte März 2003 analysiert hat. SPIEGEL ONLINE dokumentiert Auszüge aus Stellungnahmen der Leser.

Herzlichen Dank für Ihre ausgezeichneten Artikel. Ich bin neulich auf folgendes passende Zitat gestoßen: "Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie's lesen." (Karl Kraus)

I. KARENOVICZ (Schweiz)

Hier in Amerika gibt es ein schönes Wort: You just don't get it. Wer hat denn die Amerikaner auf dem Balkan um Hilfe gerufen?

ULRICH PENDL New York

I found this article ("Der Krieg, der aus dem Think Tank kam") on the website of German news magazine DER SPIEGEL. I thought it was one of the best pieces of journalism on the Iraq conflict I have read.

ALUN BREWARD Sydney

"Noch nie solch einen Scheiss gelesen"

Noch nie habe ich solch einen Scheiss gelesen. Die Amerikaner haben Euch von den Nazis befreit und Deutschland wieder aufgebaut, genau das werden sie auch im Irak tun. Ich nehme an, dass Du ein übrig gebliebener Kommunist bist.

WALTER SCHMETZ (USA)

Großes Lob für die spannenden und offensichtlich hervorragend recherchierten Hintergrundberichte. Auch der Artikel, den ich gerade lese, ist wieder informativer als alles, was ich bisher über die Irak-Politik der USA gelesen habe.

MALTE HEYNEN Chefreporter, ProSieben Television Unterföhring

"Widerstand gegen 'Brainwashington'" (Serienteil 13) ist ein großartiger Artikel. Danke! Langsam bekomme ich Angst, dass mich meine Kinder später auch mal fragen könnten: "Ja, habt ihr denn gar nichts gemerkt? So was kann man doch nicht übersehen!"

MARKUS JAHNKE Dresden

"Your article is right on the mark"

I am very sad to say that your article is right on the mark. I was Professor at the Universität zu Köln in the 1970's and I remember that a very low level of anti American sentiment existed at that time. It also focused on the attitude that the American administration had on Europe ("you owe us and you will do what we say"). Many of my friends referred to (then) West Germany as the 51st state. I am ashamed and embarrassed by the belligerent and irrational posturer the Bush administration has taken toward those who would take a perfectly reasonable independent view of US policy.

I am even more embarrassed that many Americans share that opinion. Not all of us do. I do hope that you and your European colleagues will continue to be critical of our shameless attempt a political world domination. I am certain that some of our rhetoric must seem familiar to those who remember how World War Two started.

DENNIS T. BROWN Professor and Head Department of Molecular and Structural Biochemistry NC State University Raleigh (USA)

Ich lese die Beiträge von Jochen Bölsche in SPIEGEL ONLINE immer mit großem Interesse. Ich bewundere, wie schnell und gründlich Sie komplexe Themen aufbereiten.

FRANK SCHIRRMACHER Frankfurter Allgemeine Zeitung Frankfurt/Main

"Hat Ihnen ein GI den Kaugummi verweigert?"

Ich lese ja irgendwie gerne Ihre Märchen- und Diffamierungsgeschichten. Sie sind so weit im Reich kombinativer Absurdität, dass man sie gar nicht im einzelnen kommentieren kann. Ihre Meisterschaft im Zusammenraufen einzelner Grashalme lässt Sie verständlicherweise einen Wald sehen, der nur in ihrer hasserfüllten Imagination sprießen kann, die natürlich bei "den anderen" das Hasserfülltsein sieht. Hat Ihnen als Kind ein GI den Kaugummi verweigert?

TOMAS LANSKY (USA)

"Die PR-Maschine der Bush-Krieger" ist ein echt guter Bericht. Wurde auch Zeit, dass sich mal jemand traut, die Wahrheit zu schreiben.

H. KÖCKER Bremen

Mit Interesse und Vergnügen lese ich Ihre Beiträge in SPIEGEL ONLINE, weil sie vieles von hinter den Kulissen erzählen. Amerikanische Zeitungen, die ich im Internet lese, entbehren völlig einer kritischen Haltung. Ich finde es schade, dass SPIEGEL ONLINE nur in deutscher Sprache publiziert wird, weil die Amerikaner nur eine Sprache können. Dieses Argument trifft auch auf das United Kingdom, Australien und manche wichtige andere Teile der Welt zu. Deshalb (nicht für mich selbst) ist es vielleicht zu empfehlen, die wichtigsten Beiträge über die Irak-Krise auch in englischer Sprache zu publizieren. Bitte standhalten!

HANS KOMARNICKI (Niederlande)

Ist eine Übersetzung geplant? Ich würde das gerne mal ein paar naiven amerikanischen Bekannten mailen, auch auf die Gefahr hin, dass die danach auf irgendwelchen Schwarzen Listen stehen.

TORSTEN DITTEL (Deutschland)

"Hoffentlich kein Nuklearangriff auf Berlin oder Paris"

Sie geben sich ja wirklich sehr viel Mühe, auf den antiamerikanischen Zug aufzuspringen. Was soll das? Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass es wahrscheinlich 55 Millionen (Opfer des Zweiten Weltkrieges) weniger hätte geben können, wenn wir Amerikaner am Anfang des Hitlerterrors nicht so zögerlich gewesen wären?

Wenn sich Deutschland und Frankreich zu ihren Bündnisverpflichtungen bekannt hätten, wäre die Irak-Angelegenheit bereits erledigt! Amerika hat am 11. September 2001 einen grossen Schock erlitten. Die Terroristen dieser Welt wollen Amerika mit allen Mitteln zerstören! Vor allem mit Atomwaffen, und das ist unsere große Sorge!

Der derzeitige deutsche Außenminister und der wohl unfähigste Bundeskanzler aller Zeiten haben beide eine Vergangenheit, die nicht gerade Zuversicht einflößt. Amerika braucht wieder Sicherheit und Schutz. Leider war es ein großer Fehler, auf die Europäer zu zählen.

Das selbstgefällige Gelaber der deutschen "Journalisten" und "Politiker" kann hier schon lange keiner mehr ertragen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass kein terroristischer Nuklearangriff auf Berlin oder Paris erfolgt! Übrigens gibt es bei uns keine antigermanistische Bewegung. Gründe dafür gäbe es genügend!

MARTIN KRAG Palm Beach

Unglaubliches Entsetzen über das US-Fernsehen

Ich bin derzeit geschäftlich in den USA. Mit unglaublichem Entsetzen verfolge ich jeden Tag den "O'Reilly Factor" auf Fox, über den Sie auch schon trefflich berichteten. Ein Höhepunkt war wohl die Sendung vom 12. März, als ein so genannter "Fox Analyst" zum Boykott gegen Frankreich aufrief. Es sollte uns zu denken geben, dass jetzt Amerikaner versuchen, sich in deutschen Medien einzukaufen.

JOCHEN MÜLLER (z. Zt. USA)

Ihre Artikel treffen die Situation in den USA. Da ich selbst viel drüben bin, kann ich es recht gut beurteilen. Patriot Act I und II etc. sind in Europa noch nicht richtig wahrgenommen worden. Die meisten wissen so gut wie nichts von diesem ganzen Themenkomplex US-Medien, Murdoch - vor allem O'Reilly! - , Homeland Security Department, Patriot Act etc.

RAINER LANGE (Deutschland)

Beinahe jeden Tag ein neuer Artikel von Jochen Bölsche bei SPIEGEL ONLINE, nicht schlecht. Ich bin zur Zeit als Student in Indien und freue mich, dass ich für einschlägige Hintergrundinformationen bei meiner Standard-Informationsquelle fündig werde. Gut, dass es solcherlei Artikel in den Mainstream-Medien gibt - das spricht für die deutsche Presselandschaft. Machen Sie weiter mit ihrer wichtigen Arbeit.

INGO-CH. BAUER z. Zt. Bangalore (Indien)

"Der SPIEGEL sollte in den USA eine Zeitung herausgeben"

Ich bin Schweizer und lebe in den USA. Ich habe hier viele Amerikaner kennengelernt, die die aktuellen Handlungen der Administration zutiefst verurteilen (Sie können sich wahrscheinlich kaum vorstellen, wie populär der Gewalt ablehnende Film "Bowling for Columbine" hier ist). Ich kenne aber auch Leute, die für einen Krieg im Irak argumentieren.

Deren Hauptargument ist fast immer die Befreiung der irakischen Bevölkerung von deren Diktator. Wenn die Aktionen der Amerikaner wirklich dieses Ziel haben, und wenn diese nicht als Krieg, sondern als vernünftige, vom UN-Sicherheitsrat sanktionierte Polizeiaktion stattfindet, und wenn Saddam Hussein danach dem Internationalen Gerichtshof übergeben wird, dann kann ich diese Meinung sogar unterstützen. Leider bezweifle ich sehr stark, dass das wahre Ziel der Administration wirklich derart uneigennützig ist.

Grundsätzlich finde ich es extrem wichtig, dass die Bevölkerung der Welt, und speziell das amerikanische Volk, vollständig über die aktuelle Situation informiert wird. Die nachhaltige Lösung des Problems ist aus meiner Sicht ziemlich klar: Die amerikanische Bevölkerung, die letztendlich die mächtige Administration durch die Wahl des Präsidenten bestimmt, sollte besseren Zugang zu ungefilterten Meinungen aus dem ganzen politischen Spektrum erhalten. Wenn Sie dazu etwas beitragen wollen, sollte der SPIEGEL auch in den USA eine Zeitung oder ein Magazin herauszugeben. Auch eine englische Ausgabe von SPIEGEL ONLINE wäre bereits ein guter Beitrag. Darin wäre eine fundierte, korrekte und sachliche Berichterstattung, die trotzdem für alle verständlich ist, extrem wichtig.

Verfolgen Sie in Teil 2 die Leser-Debatte darüber, ob in den konservativen "Think Tanks" Verschwörer sitzen - oder ob die Kritiker Verschwörungstheorien verbreiten.

Lesen Sie im 3. Teil Ansichten von Online-Lesern zu der Frage, was George W. Bush mehr antreibt: seine Religiosität oder die Interessen der Öl-Industrie.

MATTHIAS HAUSWIRTH Boulder (USA)



"Get lost and shut up"

Why don't you Germans stop selling high technology, military equipment to Iraq? It violates the U.N. resolutions you so cherish. I can't wait to see what you have to say when the evidence of Germany's connections to Iraq are revealed after the war. Your relations with the Arabs are a veiled way for your country to continue its anti-Semitic tradition. Get lost and shut up.

Jeff Robbins (USA)



Mir persönlich wäre es lieber gewesen, wäre der Artikel "Bushs Masterplan: Der Krieg, der aus dem Think Tank kam" Ihrer Phantasie entsprungen. Es ist wirklich mehr als besorgniserregend, was nach den Absichten einiger Menschen in den nächsten Jahren alles passieren soll. Ich hoffe nur, diese ganze wiederverwertete Reagan-Bande stolpert über ihre eigenen Schuhe.

LARS APRIN (Deutschland)

Ich bin glücklich, dass es SPIEGEL ONLINE gibt. Herzlichen Dank, dass ihr Euch getraut und den Mut habt.

STELLA WASSERMANN Komponistin (Schweiz)

Dass Sie solche Zeilen schreiben dürfen, verdanken wir alle den Amerikanern, die uns von Hitler befreit, vor der Sowjetunion Jahrzehnte lang beschützt und die Deutsche Einheit ermöglicht haben. An dem Bestreben der USA, fuer freedom and democracy zu kämpfen, hat sich nichts geändert. Während aber Schröder für den Wahlkampf eine potenzielle Gefahr (möglicherweise bis zu 25 Millionen Tote im Falle eines Angriffs mit Pockenviren aus dem Irak) verschweigt, einen außenpolitischen Amoklauf unternimmt und Kriegsangst schürt für kurzfristige parteipolitische Erfolge, sind die USA dabei, auch für unsere Sicherheit und Freiheit zu kämpfen.

MARCEL DIETSCH Oxford (Großbritannien)



"Bush ist der Strohmann der Kalten Krieger"

Ich fand Ihren Artikel "Bushs Masterplan: Der Krieg, der aus dem Think Tank kam" so interessant, dass ich einem amerikanischen Freund dazu ein E-Mail schrieb. Heute antwortete er mir: "My suspicion is that the 'cold war warriors' managed to get a naive controllable Bush (read: puppet) to carry their plan, because not one of them had the charisma to be President..."

Man könnte das wohl so interpretieren: Bereits 1998 arbeiteten einige Leute, von denen heute viele in der Bush-Administration stecken, einen "Masterplan" aus, wie die USA für alle absehbare Zukunft die alleinige Supermacht bleiben könnten. Natürlich wollten sie diesen auch umsetzen; doch dafür schien keiner von ihnen so recht geeignet. Da kam ihnen George Bush jr. gerade recht, um ihn als Strohmann 2001 zum Präsidenten zu machen.

Damit hatten sie genau die Marionette, die sie für ihre Pläne brauchten. Denn dieser George Bush jr. war eine eher labile Persönlichkeit, lange Jahre das schwarze Schaf seiner Familie, mit Alkohol-Problemen usw. Er brannte darauf, sich und seiner Familie zu beweisen, dass er das vollenden könnte, was seinem Vater 1991 nicht gelungen war. (Psychologisch durchaus verständlich!)

GUNTER GERDENITSCH (Deutschland)

"Nachrichten kommen blitzschnell über Kontinente - toll"

Sie nehmen kein Blatt vor dem Mund, während viele andere so genannte Reportagen, besonders in den USA, Kopien von Kopien von Kopien sind. Zum ersten Mal, das Internet macht es möglich, kommen Nachrichten und verschiedene Ansichten blitzschnell über Kontinente. Toll.

SUSAN BERGER New York

Vielleicht wird Ihr Hass auf uns eines Tages so unverständlich erscheinen wie der Ihrer Eltern gegenüber den Juden.

MARK DEVON (USA)

Read your article which was even more xenophobic than is normal. When you see the way president Chirac behaved towards the new EU-member countries at the EU-meeting I can understand why the small people of Europa prefer to trust the Americans rather than the old European colonial powers. The way you write your article and the words you use remind me more of propaganda machine than the serious journalism.

DAG YNGLAND (Norwegen)

"Polemik ist der Sache nicht dienlich"

Besonders interessant waren für mich die Berichte über US-Propagandamethoden. Lassen Sie mich Ihnen dazu mitteilen, dass ich Ihre Einschätzungen größtenteils teile und dankbar über eine kritische Berichterstattung bin. Leider kann ich mich aber mit Form und Stil Ihrer Artikel in keiner Weise anfreunden. Ich denke, dass Ihre doch sehr subjektive, ja polemische Art der Sache weder angemessen noch - was Ihnen wohl noch wichtiger sein dürfte - dienlich ist. Ich bedaure dies sehr, da ich glaube, dass Ihre Artikel durchaus auf fundierter Recherche aufbauen und Ihre grundsätzliche Argumentationsstrategie die richtige ist; ich fürchte aber, dass Sie mit der Art und Weise, wie Sie Ihre Berichte (Kommentare?) vorbringen, Ihrem Interesse und dem Interesse einer kritischen Betrachtung der Vorgänge schaden. Sie vergeben damit eine wichtige Chance!

ULF GERDELMANN Freiburg (Deutschland)

Sie haben meinen allergrößten Respekt für die Art Ihres Schreibens. Ich habe Ihre Serie "Anatomie einer Krise" aufmerksam gelesen. Es wird so unglaublich unfair auf der politischen Bühne gespielt, und der Widerstand, der sich momentan in den wenigen Regierungskreisen gegen die imperiale amerikanische Politik regt, wird doch sicher vom nächsten Schulterklopfen, der nächsten freundschaftlichen Geste, den nächsten Zahlungen hinweggewischt. Aus meiner Sicht ist es doch eher ein Vorteil, dass sich die Bush-Diplomaten so ungeschickt anstellen. So bleibt der Widerstand - aus gekränkter Eitelkeit zwar nur - um so grösser.

ENRICO SCHULZ (Deutschland)



"Unliebsame Gegner einfach ausschalten"

Trotz vielfältiger Informationsquellen sind Ihre Artikel bisher der einzige Ort, an dem der wahre Hintergrund dargestellt wird. So wie die Bushisten außenpolitisch die Vorherrschaft über die Weltwirtschaft zu erlangen suchen, sind sie innenpolitisch (siehe Patriot Act II) dabei, ihre Meinungsführung zu festigen, indem sie Voraussetzungen dafür schaffen, unliebsame Gegner einfach ausschalten zu können. Das Ziel (und damit Motiv) scheint mir klar: uneingeschränkte Macht. Frau Merkel erdreistet sich tatsächlich zu behaupten, die wichtigste Lehre aus der Nachkriegsgeschichte wäre, niemals gegen den grossen Verbündeten, die USA, zu handeln. Man merkt, dass sie noch nicht lange in der Demokratie lebt. Statt die Gefahr für die USA selbst anzuprangern, solidarisiert sich die Opposition aus eigennützigen Motiven mit den Bushisten. Gegen Bush zu sein hat doch nichts mit Antiamerikanismus zu tun, im Gegenteil!

MARC PINN Berlin (Deutschland)

Ich finde es fantastisch, dass es noch Medien gibt, die solche Berichte drucken. Und ich bin begeistert, wie akribisch, schlüssig und vorbehaltslos Sie über die Fäden berichten, die im Hintergrund ablaufen. Vieles wußte ich, allerdings haben Sie ein Mosaiksteinchen in mein Bild hinzugefügt mit dem "U.S. Committee on Nato". (Mit initiiert wurde das spektakuläre Papier in aller Stille von den US-Lobbyisten des regierungsnahen Irak-Befreiungskomitees.) Die eigene Ohnmacht und das Wissen, dass trotz der Brisanz dieser Geschehnisse nur ein Promillebereich unserer Bevölkerung davon Kenntnis erhält, machen mich traurig und wütend zugleich. Ich danke Ihnen für Ihr Engagement. Ich wüßte nicht, wo ich mich ansonsten noch so gut informieren könnte.

HOLGER SCHOPPMANN Publizist und Politologe Bochum



I read with great interest your SPIEGEL ONLINE article "Der Ex-Agent und die diplomatische A-Bombe". In the article you mention Bruce Jackson and Randy Scheunemann. These two are associated with extreme right-wing organizations beyond CLI. They also belong to the Project for a New American Century (PNAC), whose influential members include Dick Cheney, Don Rumsfeld, Paul Wolfowitz, Richard Perle, Eliot Abrams, John Bolton, Robert Kagan, William Kristol, and Lewis Libby. This group is certainly willing to create divisions among EU member states in order to weaken the influence of the "old Europe" and to prevent the EU from ever becoming a counterbalance to US power.

GEORGE GALLOWAY (USA)

"Saddam entfernen, aber nicht so"

Versuchen Sie Ihre interessanten Artikel auch in englischsprachigen Publikationen zu veröffentlichen, um den Leuten (vor allem den Amerikanern) klarzumachen, was deren derzeitiger Präsident kaputt macht (Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und Berechenbarkeit der US-Aussenpolitik, Gleichbehandlung von Partnern, Position der Uno etc.), denn solcherart Artikel sind dort nicht existent. Ironischerweise gehöre ich zu denjenigen, die eine - wenn nötig - gewaltsame Entfernung von Saddam Hussein befürworten (weil er erwiesenermaßen ein diktatorischer Despot ist, der nur auf seine nächste Chance lauert), aber nicht auf so eine Art und Weise. Die ganze Angelegenheit nimmt leider langsam absurde Züge an und scheint als absurde Tragödie zu enden.

G. STRICKER (Kanada)

Im Artikel "Mit Stimmenkauf zur Stimmenmehrheit" von Jochen Bölsche finde ich Sätze wie: "'Jedes Land, das nicht mit den USA mitzieht, wird einen sehr hohen Preis bezahlen', zitieren mexikanische Diplomaten einschlägige Pressionsversuche hoher US-Beamter." Nicht, dass mich das inhaltlich noch überraschen würde, dass die Regierung Bush mit Methoden arbeitet, die man im zivilrechtlichen Rahmen schlicht mit Erpressung bezeichnen würde. Nein! Was mich doch immer wieder in Rage versetzt, ist, dass unsere Zeitungen dies einfach so berichten, so hinstellen und dann stehen lassen.

Warum kann in einer Zeitung nicht zum Ausdruck kommen, was jeder vernünftige Mensch denkt und empfindet, der dieses liest? Jedes Kind, jeder Jugendliche, den wir erziehen, weiß doch, was das bedeutet. Der amerikanischen Regierung ist es doch auf gut deutsch schon lange s...egal, was irgend jemand auf dieser Welt über sie denkt oder meint tun zu können. Genau genommen bietet uns doch die stärkste Regierung auf dieser Welt an, dass wir ihre Sklaven sind.

KARLHEINZ BRIZ (Deutschland)



"Die Verlogenheit bringt mich zum Kotzen"

Ihre Artikel haben mir aus der Seele gesprochen. Ich - Geburtsjahrgang 1968 - empfinde ebenso Abscheu für die Taten der Deutschen während des Zweiten Weltkriegs, aber den Reflex derer, die sofort unter einen Stein kriechen, sobald von der deutschen Schuldfrage gesprochen wird, kann ich nicht mehr hören. Wir als selbstbewusstes demokratisches Europa habe das Recht und die Pflicht, dem Hegemoniestreben des Herrn B. aus T. etwas entgegenzusetzen. Die Verlogenheit, alle Verbindungen mit Antidemokraten zu nutzen und dann noch davon zu reden, dass die USA die "Weltmarktführer" in Sachen Friedenspolitik sind, bringt mich, gelinde gesagt, zum Kotzen. Ich fürchte fast, diese USA werden nicht mehr lange unser Freund sein, wenn das so weitergeht wie bisher.

CHRISTIAN BERNAU (Deutschland)

Über die Boulevardpresse aus England machen Sie sich lustig, weil sie unsachlich und beleidigend ist, und dann schreiben Sie selbst: "US-Präsident George W. Bush will nicht akzeptieren, dass es zwischen der letzten Supermacht auf Erden und der Supermacht im Himmel irgendein Gremium von Bedeutung gibt." Das passt für mich nicht zusammen.

JAN T. HÖFFLER Berlin (Deutschland)



"Der US-Glauben ist uns nicht verständlich"

An ihren Beiträgen sieht man wirklich, dass das erste Opfer des Kriegs die Wahrheit ist. Ich muss Ihnen leider vorwerfen, die journalistische Sorgfaltpflicht zu vernachlässigen und Halbwahrheiten und Verkürzungen als Wahrheit zu verkaufen. Ich kann es verstehen und akzeptieren, das Sie eine andere Meinung haben als Präsident Bush, aber das gibt Ihnen noch lange nicht das Recht, Halbwahrheiten in die Welt zu setzen.

Jeder, der sich mit USA beschäftigt hat, weiss genau, dass die Amerikaner eine andere Art des Glaubens haben, die für uns nicht verständlich ist, und dass viele zuallerst Gott danken, wenn Sie etwas erreicht haben, sogar auf den Dollarscheinen steht "In God we trust". Aber deshalb Bush als selbsternannten Gotteskrieger darzustellen ist fast eine Verleumdung.

ALBERZO GYASI (Österreich)



Über die "wachsende Arroganz der Führungsmacht, die sich als 'imperium americanum' versteht", bin ich als US-Bürger auch empört. Gegen ihre Einschätzung, die Regierung Bush fühle sich "von Gott zur Weltherrschaft berufen" ist auch nichts einzuwenden. Dennoch wehre ich mich gegen die Art, wie deutsche Journalisten diese amerikanische Arroganz mit dem Begriff "God's own country" beschreiben - als sei dieser Spruch in Amerika üblich. Sowohl "God's own country" als auch die deutsche Variante "Gottes eigenes Land" habe ich erst 1987 als Austauschschüler in der Bundesrepublik gehört. Seitdem habe ich den Spruch tausendmal gelesen, aber ausschließlich in der deutschen Presse. Für mich klingt "God's Own Country" eher nach dem Neuengland des 17. Jahrhunderts.

Die Tatsache, dass die Ideologie der Puritaner die heutige amerikanische politische Kultur stark geprägt hat, ist bekannt. Doch hierzulande hat der Begriff "God's own country" diese Zeit nicht überstanden, im Gegensatz zur Vorstellung von Amerika als "Shining city on a hill". "God's Country" hört man schon, und zwar in Amerika und auch anderswo im englischsprachigen Raum ("God's own country" findet man im WWW vorwiegend bei der indischen Reklame fürs Touristenziel Kerala). Doch der Begriff bezieht sich in der Regel auf eine schöne Landschaft oder auf eine sehr isolierte ländliche Gegend, z.B. "He lives way the hell out in God's country."

BRIAN ZUMHAGEN Philadelphia (USA)

"Sie glauben wirklich an die Endzeit"

Um die Motivation der jetzigen Regierung zu verstehen, darf man die religiöse Komponente nicht vernachlässigen. Jimmy Carters Beitrag in der "New York Times" vom 9. März enthält diesen interessanten Absatz: "As a Christian and as a president who was severely provoked by international crises, I became thoroughly familiar with the principles of a just war, and it is clear that a substantially unilateral attack on Iraq does not meet these standards. This is an almost universal conviction of religious leaders, with the most notable exception of a few spokesmen of the Southern Baptist Convention who are greatly influenced by their commitment to Israel based on eschatological, or final days, theology." Dabei muss man verstehen, das zwei prominente Mitglieder der Regierung den von Carter genannten Gruppen angehören und dementsprechend wirklich an die Endzeit glauben.

NIELS PROVOS (USA)



"Wird das Öl-Argument zu hoch bewertet?"

Gibt es eine englische Übersetzung ihres sehr guten Artikels "Bushs Öl-Bonanza"? Ich würde meinen politikfaulen einheimischen Freunden gern etwas Lesekost geben.

FELIX TENDLER (z. Zt. USA)



Ihnen ist ein absoluter Glanzpunkt gelungen!

R. MÖHLMANN (Deutschland)



Kann es sein, dass das Erdölargument in der ganzen Debatte viel zu hoch bewertet wird? Wenn es den USA wirklich um das Öl ginge, würden sie einfach die Sanktionen gegen Saddam lockern und ganz fröhlich sein Öl kaufen. Vor allem den Erdölfirmen ist es doch egal, von wem sie den schwarzen Saft erwerben. Jedermann weiß, dass im Iran, Irak und - bis vor kurzem - in Afghanistan Menschenrechte ein Fremdwort waren, trotzdem wurde immer fleißig Öl gekauft. Alles in allem kann man sagen, Öl spielt sicherlich eine Rolle, aber es nicht der Hauptgrund. Es ist, wie wenn Sie sich eine CD kaufen und darauf ein Bonustrack ist. Das Öl ist der Bonustrack. Aber wegen einem Bonustrack kaufe ich mir noch lange keine CD.

SEBASTIAN BUJNOCH Paris

Genug ist genug. Ihr Artikel riecht stark nach Weltverschwörungstheorien im Geiste der "Protokolle der Alten von Zion". Sie sollten ja auch wissen, dass der "erfahrene israelische Publizist Uri Avneri", den Sie so gerne zitieren, zum ultralinken extremistischen Winkel im israelischen politischen Spektrum gehört und von der überwiegenden Mehrheit der Israelis nicht ernst genommen wird. Leben Sie wohl.

EUGEN RABKIN (Israel)

"Bush des Amtes entheben - wie damals Nixon"

Ihre Hintergrund-Recherchen machen auch den Gutgläubigsten klar, dass der Zugriff auf die Ölreserven der Golfregion der Knüppel ist, mit dem die Wettbewerber der USA unter Kontrolle gehalten werden sollen, wie Uri Avnery richtig schreibt.

Über diese strategischen Großmachtsinteressen hinaus darf aber nicht vergessen werden, dass die unmittelbaren Geschäftsinteressen der Bush-Hintermänner aus der Ölindustrie, wie Halliburton und Bechtel, von denen auch die Gelder zur Finanzierung der Politik und der Think Tanks kommen, direkt von dem großen Geschäft der Ölfelderschließung profitieren, wie wir aus dem Kuwait-Krieg wissen.

Wie die Dokumente des "Project for A American Century" (PNAC) zeigen, war und ist der Irak-Krieg das Mittel, die Kontrolle über die größten Weltölvorkommen in der Golfregion zu erlangen, um damit die eigene Ölversorgung für die nächsten 25 Jahre zu sichern und das Öl als imperiales Druckmittel gegen alle Konkurrenten einzusetzen. George W. Bush, der nur als Marionette funktioniert und mit viel Geld an die Macht gekauft wurde, ist durch ein Impeachment von den Amerikanern selbst des Amtes zu entheben, so wie damals Nixon.

Wir Europäer sind eines der Hauptziele der PNAC-Doktrin, und da gilt es den Anfängen wehren, damit nie wieder eine Supermacht auf die Idee kommt, andere Länder als Vasallen zu behandeln, auszunutzen und zu kujonieren. Das wirksamste Mittel wäre, durch billigen allerorts zugänglichen Ölersatz dem Krieg ums Öl für immer die Basis zu entziehen - durch eine globale brennstofffreie Industrialisierung auf der Grundlage von billiger und autarker Geo-Stromversorgung.

Der Ölpreisanstieg in der Ölkrise vor 30 Jahren auf 40 $/Barrel, den wir gegenwärtig mit der bevorstehenden Irak-Invasion der Bush-Administration wieder erreicht haben, führte mich als Student zur Analyse der verfügbaren Alternativ-Energien, unter denen nur Hochtemperatur-Geothermie aus Tiefen unterhalb von 10.000 Metern die Kriterien der nachhaltigen, autarken Energieversorgung für alle Länder bei stetiger Verfügbarkeit an hochwertigem, brennstofffrei erzeugtem Prozessdampf erfüllte. Was fehlte, war eine hochproduktive Bohrtechnologie, um schnell und kostengünstig die nahezu unerschöpfliche, im Tiefengestein gespeicherte Energie im hohen Temperaturbereich, in Form von Prozessdampf zu nutzen. Ein von mir damals entwickeltes Verfahren wurde von der in allen Bereichen der Wirtschaft- und Forschungspolitik vorherrschenden Kernenergielobby abgeblockt.

WERNER FOPPE Carbon-Schmelzbohr GmbH Geschäftsführender Gesellschafter Geilenkirchen

"Beide Seiten haben ökonomische Interessen"

What is the difference between the oil motivation of the US for a war, and French/Russian motivation for oil to prevent a war? Both sides have economic interests.

The US interest at least gets rid of one of the 5 or so countries that are in defiance of the UN charter (the humanitarian part). The part that the French, Russians, and of course the Germans forgot is that they should have thought about this before they passed any resolutions about Iraq's disarmament in the first place. Why make laws and not enforce them? On the US position, do you think Iraq would have disarmed at all without the troops sitting in their backyard? Hardly so. Unfortunately, if Saddam stays, it means that international law becomes obsolete.

If the US attacks without UN backing, it is also obsolete. However, if the US attacks (with or without UN backing) a few guys in Iran, North Korea, and a half dozen other countries will start losing some sleep. I guess we won't know who is right until the US does attack and Saddam does or doesn't use weapons he is not supposed to have. Who loses then (if banned weapons are used - I am sure Iraq will find at least one) - the UN or the US? Unfortunately the real winner is Osama bin Laden - he achieved exactly what he wanted: depressed world economy and a split world (NATO, Europe, and the UN).

If Europe's and Russia's condemnation of a war in Iraq is really about oil, or the US' reason for war is oil, then why doesn't the UN step up the plate and dictate the terms for Iraq's disarmament? If those terms are not met, then take out Iraq with a worldwide coalition and use the proceeds (of the oil) to rebuild Iraq, administered by the UN. That would set a good example to the world. And may be use the rest of the money to develop a hydrogen car! Good night.

MATTHIAS KEHDER San Diego, Kalifornien

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