Reaktionen auf Attentat "Wir sind noch am Anfang"

Das Selbstmordattentat im irakischen Parlamentsgebäude hat weltweit Betroffenheit und Wut ausgelöst. US-Präsident Bush sprach von einem "Anschlag auf ein Symbol der Demokratie."


Hamburg – US-Präsident George W. Bush hat das Attentat auf das irakische Parlament scharf verurteilt. Der Anschlag mache deutlich, dass es einen Feind gebe, der bereit sei, unschuldige Menschen und ein "Symbol der Demokratie" zu bombardieren, sagte Bush vor Journalisten. Der Regierung des Irak sicherte er die Unterstützung Washingtons zu. "Wir stehen an Ihrer Seite."

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Selbstmordanschlag missbilligt. Die Taten hätten eine der souveränen Institutionen des Landes untergraben sollen, erklärte Ban nach Angaben der stellvertretenden UN-Sprecherin Marie Okabe. Er rief alle Führungspersönlichkeiten im Irak auf, im Geist der Einheit zusammenzukommen, sich der Gewalt entgegenzustellen und auf einen friedlichen und stabilen Irak hinzuarbeiten.

US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte, der Anschlag sei das Werk von "Terroristen". Die Täter und Hintermänner wollten die Iraker um eine Zukunft in Demokratie und Stabilität bringen, sagte sie nach einem Treffen mit dem republikanischen Senator John McCain, einem der US-Präsidentschaftsbewerber. "Wir sind noch am Anfang des Prozesses," sagte sie. Mit Blick auf den neuen US-Sicherheitsplan für Bagdad, der in den vergangenen Wochen zu einer erheblichen Aufstockung der US-Truppen in der irakischen Hauptstadt geführt hatte, sagte die Ministerin: "Es wird gute Tage und schlechte Tage geben."

Auch London verurteilte den Anschlag. Die britische Außenministerin Margaret Beckett bezeichnete die Tat als verabscheuungswürdigen Angriff auf demokratisch gewählte Parlamentarier.

Iraks Ministerpräsident Nuri el Maliki verurteilte den Anschlag auf das Parlamentsgebäude als "scheußliches Verbrechen". Das Attentat sei das Werk von "Terroristen", die den demokratischen Prozess zum Scheitern bringen wollten, sagte Maliki während eines Besuchs in Südkorea.

Iraks Parlamentspräsident Mahmud al-Maschhadani rief die Abgeordneten nach dem Anschlag auf, sich als "Geste der Solidarität mit den Märtyrern" an diesem Freitag zu einer außerordentlichen Sitzung im Parlamentssaal zu versammeln. Die Parlamentarier sollten sich von einem derartigen Terrorakt nicht einschüchtern lassen, sagte er.

Der Anschlag sei "gegen jeden gerichtet - alle Parteien, da unser Parlament ein Symbol und Repräsentant aller Segmente der irakischen Gesellschaft ist", sagte Chalaf al Iljan, einer von drei Vorsitzenden der Front Irakische Eintracht. Der Anschlag unterstreiche das "hundertprozentige Versagen" des Sicherheitsplans der Regierung.

Iran verurteilte ebenso den Anschlag. Außenminister Mohammed Ali Hosseini sprach in Teheran von einem "unmenschlichen und satanischen" Anschlag. Hosseini forderte zudem den "Abzug der Besatzungsmächte" aus dem Irak.

van/dpa/AFP/AP



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