Reaktionen Brüssel hofft, Washington gibt sich zurückhaltend

Die EU hat die Einigung der Palästinenser auf eine Zwei-Staaten-Lösung begrüßt. Die US-Regierung nahm das Abkommen dagegen zurückhaltend auf.


Brüssel/Washington - "Ich hoffe, dass diese Einigung die Spannungen zwischen den beiden Seiten verringert, die der Stabilität in der Region und dem palästinensischen Volk so abträglich sind", sagte EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner.

Die Einigung könne nur der Beginn eines Prozesses sein, in dem sich die politischen Gruppen der Palästinenser zur Gewaltlosigkeit und zur Respektierung früherer Vereinbarungen verpflichten. "Wir sind bereit, mit einer palästinensischen Regierung zusammenzuarbeiten, die diese Prinzipien respektiert." Besonders lobte Ferrero-Waldner die Rolle von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Die EU-Kommission hatte im April alle Hilfszahlungen ausgesetzt, da die Hamas-Regierung Israel nicht anerkennt und auch nicht dem Terror abschwören will.

Die US-Regierung nahm die Nachricht vom Durchbruch bei den Verhandlungen mit Zurückhaltung auf. Die bisherigen Verlautbarungen über das Abkommen zur nationalen Einigung seien "vage", sagte Präsidentensprecher Tony Snow. "Wir wollen zunächst abwarten, bis wir etwas Richtiges sehen."

Die USA hielten an ihren Forderungen an die in den Palästinensergebieten regierende Hamas fest: der Anerkennung des Existenzrechts Israels, dem Verzicht auf Gewalt und der Anerkennung bisheriger Friedensvereinbarungen. Nur dann würden Gespräche zwischen der Palästinenserregierung und Israel möglich sein, sagte der Sprecher.

als/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.