Reaktionen Deutsche Politiker erleichtert


Berlin - Angesichts des bevorstehenden Endes der US-Präsidentschaftswahl atmen deutsche Politiker auf, Bundeswirtschaftsminister Werner Müller hofft auf "gute bis bessere" Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten unter einem Präsidenten George W. Bush. Müller kündigte an, im Februar oder März in die Vereinigten Staaten zu reisen, um sich mit seinen neuen Partnern zu treffen. Er habe die juristischen Auseinandersetzungen um das Wahlergebnis "mit einem gewissen Vergnügen darüber gesehen, dass dort, wo man den Riesen-Fortschritt wähnte, auch nur mit Wasser gekocht" werde.

Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karl Lamers, sagte im Deutschlandradio Berlin, jetzt komme es darauf an, dass die Demokraten ihre Bitternis überwänden und zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit Bush fänden. Zuversichtlich äußerte sich Lamers über die zu erwartende Außenpolitik der Bush-Regierung. Gerade hinsichtlich der künftigen Europapolitik Washingtons hege er "nur gute Erwartungen". Auch Lamers erwartet im Hinblick auf die Welthandelspolitik geringere Probleme.

Der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, Karsten Voigt (SPD), erwartet keine Belastungen für das beiderseitige Verhältnis durch das lange Wahlverfahren. "Wenn Bush gewählt sein sollte, dann ist er für uns ... der wichtigste Repräsentant eines Verbündeten außerhalb Europas, dann ist er der wichtigste Mann der Welt", sagte Voigt im InfoRadio. Eventuelle Belastungen durch die geringe Mehrheit seien primär innenpolitischer Natur, vermutete er.

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Gernot Erler meinte, Bush trete sein Amt mit einer schweren Hypothek an, gab sich aber sicher, dass die amerikanische Gesellschaft mit dieser Herausforderung fertig werde. "Europa kann Vertrauen in das bereits designierte Team von George W. Bush setzen", sagte Erler. Deutschland werde mit dem neuen US-Präsidenten auf der Basis gemeinsamer Interessen und wechselseitigen Vertrauens zusammenarbeiten.



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