Bürgerkrieg in Syrien Uno-Blauhelme an den Golanhöhen entführt

Die Blauhelme in Syrien geraten erneut zwischen die Fronten des Bürgerkriegs: Eine Rebellengruppe hat vier Uno-Beobachter in der Waffenstillstandszone zu Israel verschleppt - angeblich zu ihrer eigenen Sicherheit. Die Vereinten Nationen bemühen sich um eine schnelle Freilassung der Soldaten.

Uno-Posten zwischen Syrien und Israel: Nur leicht bewaffnete Blauhelmsoldaten
AFP

Uno-Posten zwischen Syrien und Israel: Nur leicht bewaffnete Blauhelmsoldaten


Damaskus/Hamburg - Eine syrische Rebellengruppe hält seit Dienstag vier Uno-Soldaten aus den Philippinen fest. Die Blauhelme seien während einer Patrouille nahe der Ortschaft Dschamla in der Waffenstillstandszone zwischen Syrien und Israel verschleppt worden, bestätigte Uno-Sprecherin Josephine Guerrero. Die Vereinten Nationen bemühten sich um ihre Freilassung.

Zu der Entführung bekannten sich die Jarmuk-Märtyrerbrigaden. Diese Gruppe hatte bereits im März fast an gleicher Stelle 21 philippinische Blauhelme als Geiseln genommen, diese aber nach einigen Tagen unversehrt wieder freigelassen.

Die Uno-Beobachter würden zu ihrem eigenen Schutz festgehalten, teilten die Rebellen mit, die Teil der Freien Syrischen Armee (FSA) sind. Die FSA kämpft seit zwei Jahren gegen das Regime von Diktator Baschar al-Assad.

Die rund tausend Blauhelmsoldaten der Uno-Beobachtermission Undof sind seit 1974 am Fuße der Golanhöhen stationiert. Sie tragen nur leichte Waffen. Nach dem Vorfall im März schickten die Vereinten Nationen zusätzliche gepanzerte Transporter, Krankenwagen und andere Ausrüstung.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Entführung scharf. Ban erinnerte "alle Beteiligten" daran, dass die Undof den Abzug der militärischen Einheiten aus dem Gebiet zwischen dem von Israel annektierten Landstreifen und Syrien überwacht. Er forderte die sofortige Freilassung der Entführten.

Die Beobachtermission beklagt regelmäßig, dass syrische Regierungstruppen und Rebellen in die demilitarisierte Pufferzone eindringen. Die Undof-Truppen werden derzeit vor allem von Österreich, den Philippinen und Indien gestellt.

syd/Reuters/AFP/AP/dpa



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Hape1 07.05.2013
1. ...
Zitat von sysopAFPDie Blauhelme in Syrien geraten erneut zwischen die Fronten des Bürgerkriegs: Eine Rebellengruppe hat vier Uno-Beobachter in der Waffenstillstandszone zu Israel verschleppt - angeblich zu ihrer eigenen Sicherheit. Die Vereinten Nationen bemühen sich um eine schnelle Freilassung der Soldaten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/rebellen-in-syrien-entfuehren-vier-uno-blauhelme-aus-den-philippinen-a-898612.html
So, die FSA entführt nun UN-Blauhelm Soldaten um diese "zu schützen". Sehr löblich diese "Aktivisten". Scheinen ja doch ganz in Ordnung zu sein. Werde meine Position nun überdenken. Mal ernsthaft......was wollen diese Demokratieheilsbringer mit solchen Aktionen bezwecken. PS: Weis irgendwer im Forum, was aus den "beschützten" zwei Bischöfen geworden ist?
muffelkopp 07.05.2013
2.
Zitat von Hape1So, die FSA entführt nun UN-Blauhelm Soldaten um diese "zu schützen". Sehr löblich diese "Aktivisten". Scheinen ja doch ganz in Ordnung zu sein. Werde meine Position nun überdenken. Mal ernsthaft......was wollen diese Demokratieheilsbringer mit solchen Aktionen bezwecken. PS: Weis irgendwer im Forum, was aus den "beschützten" zwei Bischöfen geworden ist?
Naja, die "Beschützten" können jetzt nicht mehr beobachten, zu welchem Zweck sie vor Ort sind. Ergo sind sie erstmal ausgeschaltet. Und wo kein Kläger, da kein Richter....
hadykhalil@web.de 07.05.2013
3. Genug zu tun
Wer glaubt wem? Will John Mc Cain ein nächstes Irak, das er die Sicherung der Knöpfe entfernen will? Unglaublich. Ich finde President Obama handelt umsichtig. In Syrien sind viele verschiedene Interessengruppen mit unterschiedlichen Zielen, eben zB. Auch solchen, die USA, oder die Großmächte, die Nachbarstaaten in den Bürgerkrieg hineinzuziehen, "unterwegs". Die Irak Politik von President Georg W. Bush hat sich am Ende und das ist ja ungewiss, als "schlechte Diplomatie" erwiesen. Es hat sich herausgestellt, das Sadam Hussein soviele Fabriktore öffnen konnte, (gegen den Widerstand der privaten Firmen?) wie er wollte, man glaubt ihm sowieso nicht. Was wäre, wenn die UNO fordern würde in Bayern, oder Baden-Würtemberg die Ufirmen nach xxl Gas zu durchsuchen. Da würde selbst Ministerpräsident Kretschmann "Unwillig" reagieren. Ich finde Internationale Kontrolle von Massenernichtungswaffen müssen sein, allerdings "nicht um jeden Preis" und im "gegenseitigem Einvernehmen" Was bedeutet das? Konkret? Da hab ich grad keine Idee. Muß ich auch nicht, weil es gibt ja noch "Leute" die werden gut bezahlt und die sind noch viel schlauer als ich, und wissen noch viel mehr, besonders da ich keine Bibliotheken "mehr" zur Verfügung habe!!! , Ich kann aber keinen anderen Weg sehen, der nicht konsequenterweise auf Spannung, statt Entspannung und Krieg und Terror und Anti Terrorkampf hinausläuft. Nicht ein kurz und mittelfristig und für die nächsten 1000 Jahre Sicherheitskonzept, sondern nachhaltige zukunftsorientierte, lösungsorientierte an den Menschenrechten orientierte Politik. Schwierig genug, auch wenn die Finger vom Abzug sind, nicht das dann nichts mehr zu tun ist.
porkypork 07.05.2013
4. optional
Genau, es ist nur zu ihrem Schutz, was denn sonst? Ebenso, wie die beiden Bischöfe nur zu ihrem Schutz entführt wurden. Gibt es von denen eigentlich noch ein Lebenszeichen? Und der Fahrer der Bischöfe wurde zu seinem eigenen Schutz von den Entführern erschossen. Nicht das er noch den Schergen Assads in die Hände gefallen wäre...
LeonLanis 07.05.2013
5. Es sind
Zitat von sysopAFPDie Blauhelme in Syrien geraten erneut zwischen die Fronten des Bürgerkriegs: Eine Rebellengruppe hat vier Uno-Beobachter in der Waffenstillstandszone zu Israel verschleppt - angeblich zu ihrer eigenen Sicherheit. Die Vereinten Nationen bemühen sich um eine schnelle Freilassung der Soldaten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/rebellen-in-syrien-entfuehren-vier-uno-blauhelme-aus-den-philippinen-a-898612.html
die Soldaten der UNO. Wo bleibt die sofortige öffentliche Reaktion des UNO-Generalsekretärs? Oder der Außenminister derjenigen Staaten, die die FSA als Freiheitskämpfer betrachten? Oder die Verurteilung dieses Kidnappings durch den Dachverband der syrischen Opposition? Sie alle lassen sich Zeit. Es ist ja auch schwierig, mit Verbrechern zu paktieren und deren Taten dann herunterspielen zu müssen. Mein Mitgefühl gilt den philippinischen Blauhelmsoldaten.
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