Kamal Hamami Ranghoher syrischer Rebellenkommandeur getötet

Der Machtkampf zwischen den Milizen eskaliert: In Syrien wurde ein Befehlshaber der Freien Syrischen Armee getötet, er soll angeblich von Extremisten erschossen worden sein. Ein Kommandeur der Rebellen nennt die Tat eine Kriegserklärung.


Beirut - Die Rivalität zwischen den Rebellengruppen in Syrien wächst. Im Nordwesten des Landes ist am Donnerstag ein ranghoher Befehlshaber der Rebellenarmee FSA erschossen worden, wie ein Sprecher der Freien Syrischen Armee am Freitag mitteilte.

Bei dem Opfer handele es sich um ein Mitglied des Obersten Militärrats der FSA, den Kommandeur Kamal Hamami. Die Erschießung Hamamis komme einer Kriegserklärung gleich, sagte ein FSA-Kommandeur.

Verantwortlich für die Tat sollen angeblich Extremisten sein, die dem Terrornetz al-Qaida nahestehen. Hamami, der auch unter seinem Kampfnamen Abu Bassir al-Ladkani bekannt war, sei bei einem Treffen mit Angehörigen der Gruppe Islamischer Staat von Irak und Levante in der Hafenstadt Latakia getötet worden. Der Kommandeur soll vom Regionalchef der Gruppe an einer Straßensperre erschossen worden sein, hieß es. Die Gruppe habe angekündigt, sie werde alle Mitglieder des Militärrats umbringen.

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Von FSA bis Nusra-Front: Die syrischen Rebellengruppen
Bisweilen kämpfen Einheiten der Rebellenarmee FSA Seite an Seite mit militanten Islamistengruppen, wie der dschihadistischen Nusra-Front; die syrischen Rebellen schmieden Kampfallianzen gegen Assad. Die kleineren und effektiveren Einheiten der Islamisten kontrollieren unterdessen große Teile Nordsyriens, wo sie Religionsgerichte und Verwaltungsstrukturen errichteten.

Die schlecht bewaffnete und weniger erfolgreiche FSA hofft auf Unterstützung des Westens und auf Waffenlieferungen aus den USA. Sie versucht, sich von den Islamisten zu distanzieren, um den Befürchtungen des Westens entgegenzutreten, die Waffen könnten in die Hände von Extremisten gelangen.

Angesichts dieser Entwicklungen und der jüngsten Erfolge der von Russland und Iran unterstützten Regierungstruppen nimmt der Machtkampf zwischen den syrischen Rebellen zu. Der Tod Hamamis ist ein weiterer Hinweis darauf.

FSA-Rebellen sei von den Extremisten zuvor gesagt worden, in dem Gebiet von Latakia sei kein Platz für sie. Aus anderen Oppositionskreisen verlautete, zwischen FSA-Kämpfern und den Islamisten sei es zu einem Streit über einen strategisch wichtigen Kontrollpunkt in dem Gebiet gekommen.

bos/Reuters/AP

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RudiLeuchtenbrink 12.07.2013
1. Quantität erhöhen
Rebellenarmee FSA: Ranghoher syrischer Kommandeur getötet - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/rebellenarmee-fsa-ranghoher-syrischer-kommandeur-getoetet-a-910883.html)[/QUOTE] Die FSA benötigt mehr Waffen und Ausrüstung um es den Islamisten heimzuzahlen.
materialist 12.07.2013
2. die beste Variante
Das wäre die beste aller möglichen Varianten das Verbrecher -Gesindel bringt sich gegenseitig um.
karsten rohde 12.07.2013
3.
In der letzten Druckausgabe des SPIEGEL findet sich ein Artikel ("Disneyland für Dschihadisten"), der nahelegte, die Religiösen wären so ziemlich am Ende in Syrien, hier wird nun der FSA bescheinigt, "erfolglos" zu sein. Das zeigt, wie undurchsichtig für uns die Gemengelage dort ist. Man liegt sicher nicht falsch angesichts der Mordtat, wenn man unterstellt, dass dort hingeschaffte Waffen mit Sicherheit zu einem Grossteil den Dschihadisten der dortige Al Kaida in die Hände fallen würden. Zwar kämpft dort wohl niemand für Demokratie, Rechtsstaat und Minderheitenrechte, aber das muss ja nicht heissen, dass wir nun die Allerschlimmsten dort unterstützen müssen.
natonothanks 12.07.2013
4.
Zitat von RudiLeuchtenbrinkRebellenarmee FSA: Ranghoher syrischer Kommandeur getötet - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/rebellenarmee-fsa-ranghoher-syrischer-kommandeur-getoetet-a-910883.html)[/QUOTE] Die FSA benötigt mehr Waffen und Ausrüstung um es den Islamisten heimzuzahlen.
Die FSA benötigt mehr Waffen und Ausrüstung um es den Islamisten heimzuzahlen.[/QUOTE] schon wieder ein neuer Propagandatrick der NATO-Fans, um Syrien kapuutzumachen ist denen wohl jedes "Argument" recht.
natonothanks 12.07.2013
5.
Zitat von karsten rohdeIn der letzten Druckausgabe des SPIEGEL findet sich ein Artikel ("Disneyland für Dschihadisten"), der nahelegte, die Religiösen wären so ziemlich am Ende in Syrien, hier wird nun der FSA bescheinigt, "erfolglos" zu sein. Das zeigt, wie undurchsichtig für uns die Gemengelage dort ist. Man liegt sicher nicht falsch angesichts der Mordtat, wenn man unterstellt, dass dort hingeschaffte Waffen mit Sicherheit zu einem Grossteil den Dschihadisten der dortige Al Kaida in die Hände fallen würden. Zwar kämpft dort wohl niemand für Demokratie, Rechtsstaat und Minderheitenrechte, aber das muss ja nicht heissen, dass wir nun die Allerschlimmsten dort unterstützen müssen.
Die Islamisten haben jetzt die Regierungsanhänger in Aleppo eingeschlossen, 2 Millionen Menschen sind vom Hungertod bedroht. Der Westen sollte wirklich keine Waffen mehr an diese Verbrecher liefern.
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