Macron zu Verhandlungen mit der Türkei "Ich will einen Bruch vermeiden"

Frankreichs Staatschef sieht die Türkei weit entfernt von einem EU-Beitritt. Anders als Kanzlerin Angela Merkel im Wahlkampf bleibt Macron aber auf Brüssels Linie: Er will die Beitrittsgespräche nicht abbrechen.

Emmanuel Macron
AFP

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Beim Kanzler-Duell setzte Martin Schulz (SPD) Regierungschefin Angela Merkel bei der Türkeifrage unter Druck: Nun versprechen beide, im Fall eines Wahlsiegs die EU-Beitrittsverhandlungen mit dem Land beenden zu wollen. Mit einer Türkei unter Recep Tayyip Erdogan sei ein Beitritt ausgeschlossen.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat sich jetzt von der Haltung der Kanzlerbewerber abgegrenzt. Er lobte die Türkei als wichtigen Partner der EU bei aller berechtigten Kritik: "Die Türkei hat sich zwar in den vergangenen Monaten von der EU entfernt, sie hat Grenzen überschritten, was wir nicht ignorieren können."

Macron: Türkei ein "ein lebenswichtiger Partner"

Zur Spaltung dürfe es deshalb aber nicht kommen, findet der französische Präsident. "Einen Bruch will ich vermeiden, weil das Land ein lebenswichtiger Partner in vielen Krisen ist, die uns betreffen - besonders in der Frage der Einwanderung und der Terrorbekämpfung".

Ganz ähnlich hatte sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bislang auch geäußert. Die Türkei habe sich "mit riesigen Schritten" von der EU entfernt. Es müsse den Türken klar sein, dass es "das System Erdogan" sei, "das einen Beitritt der Türkei zur EU unmöglich macht". Die Beitrittsgespräche liegen derzeit auf Eis, ein Abbruch kommt für den EU-Kommissionspräsidenten jedoch nicht in Frage.

In dem Gespräch mit der griechischen Zeitung "Kathimerini" sicherte Macron außerdem Griechenland die Unterstützung Frankreichs durch Investitionen und eine engere Zusammenarbeit in der Verteidigung zu. "So wie Frankreich in Zeiten der Krise an Griechenlands Seite stand, so werden wir Griechenland beim Neuanfang beistehen", sagte Macron.

cht/Reuters/dpa



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