Kabinettsbildung in der Türkei Erdogan ernennt Schwiegersohn zum Finanzminister

Mit der Verfassungsänderung hat der türkische Präsident Erdogan mehr Macht denn je. Doch die reicht anscheinend nicht aus: Sein Kabinett füllt er mit Vertrauten und Verwandten.
Recep Tayyip Erdogan (Mitte) umgeben von Mitgliedern seines alten Kabinetts, inklusive seines Schwiegersohns Berat Albayrak (r., Archiv)

Recep Tayyip Erdogan (Mitte) umgeben von Mitgliedern seines alten Kabinetts, inklusive seines Schwiegersohns Berat Albayrak (r., Archiv)

Foto: Kayhan Ozer/ AP

Nur wenige Stunden nach seiner eigenen Vereidigung gab der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sein Kabinett bekannt. Neuer Finanzminister wird sein Schwiegersohn Berat Albayrak.

Es umfasst 16 Minister - laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu 10 weniger als bisher. Bei vielen wichtigen Posten blieb allerdings alles beim Alten - Erdogan setzt auf Vertraute und Verwandte. Als Reaktion auf die Personalentscheidung verlor die türkische Lira an den Finanzmärkten an Wert.

Im Wahlkampf hatte Erdogan angekündigt, dass er als Präsident eine stärkere Kontrolle über die Zentralbank ausüben wolle. Das hat bei Investoren Sorgen geschürt, die Unabhängigkeit der Notenbank könnte in Gefahr geraten. Die Teuerung in der Türkei ist derzeit mit etwa 15,4 Prozent so hoch wie seit 14 Jahren nicht mehr.

Außenminister bleibt Mevlüt Cavusoglu. Zu seinem ersten Vizepräsidenten ernannte Erdogan Fuat Oktay, der bisher Staatssekretär und Berater des einstigen Ministerpräsidenten Binali Yildirim war. Mit den nun geltenden Verfassungsänderungen übernimmt Erdogan die Leitung der Regierung, da das Amt des Ministerpräsidenten abgeschafft wird. Zudem kann das Staatsoberhaupt mit Dekreten teilweise das Parlament umgehen.

Einige Ministerien seien miteinander verschmolzen worden, sagte Erdogan. Darunter war nach Medienangaben das Außenministerium, das mit dem für EU-Angelegenheiten zusammengelegt wurde. Mehrere mit Wirtschaft und Handel befasste Ämter sind jetzt ein großes Handelsministerium geworden.

ans/AFP/dpa
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