Deutscher in Haft Erdogan fordert Respekt für Urteil gegen Patrick K.

Ein Deutscher ist in der Türkei wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, der Fall belastet die bilateralen Beziehungen. Der türkische Präsident mahnte zur Rücksicht.

Recep Tayyip Erdogan
AP

Recep Tayyip Erdogan


Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat Respekt für das Urteil gegen Patrick K. gefordert. Während einer Pressekonferenz zum Ende des Syriengipfels in Istanbul sagte er: "Das Gericht hat ihn bestraft." Er könne Berufung einlegen. "Wir müssen alle die Entscheidung der türkischen Justiz respektieren."

Patrick K. aus Gießen ist sei März in der Türkei inhaftiert. Ein Gericht hatte ihn am Freitag wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt. Weil er ein militärisches Sperrgebiet betreten habe, solle der 29-Jährige außerdem für ein Jahr und acht Monate ins Gefängnis, sagte sein Anwalt Hüseyin Bilgi. Dieser Teil der Strafe sei aber zur Bewährung ausgesetzt worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Vortag angekündigt, mit Erdogan über den Fall sprechen zu wollen. K. ist einer von fünf Deutschen, die weiterhin aus "politischen Gründen" in der Türkei in Haft sind. Die Fälle belasten die bilateralen Beziehungen schwer.

K. war der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge im März im türkisch-syrischen Grenzgebiet festgenommen worden. Auch die Grenze zum Irak liegt in der Nähe. Die Staatsanwaltschaft warf K. Mitgliedschaft in der in Syrien aktiven Kurdenmiliz YPG vor. In der Türkei gilt die YPG als Terrororganisation. Nach Angaben seiner Familie war er zum Wandern in der Türkei.

mkl/dpa



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