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28. Dezember 2017, 10:27 Uhr

Türkischer Staatspräsident

Erdogan sieht verbessertes Verhältnis zu Berlin

Zuletzt durften einige Deutsche türkische Gefängnisse verlassen. Staatschef Erdogan lobt nun laut einem Pressebericht die Gespräche mit Berlin. Doch es gibt immer noch Spannungen.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sieht in den vergangenen Wochen eine Verbesserung der deutsch-türkischen Beziehungen: "Es gab Probleme, aber unsere letzten Gespräche waren überaus gut", sagte Erdogan auf dem Rückflug von einer mehrtägigen Afrikareise nach Angaben der Zeitung "Hürriyet" vor mitreisenden Journalisten.

Auch das Verhältnis zu anderen europäischen Staaten bewertete Erdogan als gut. "Wir haben weder ein Problem mit Deutschland noch mit Holland noch mit Belgien", sagte er. "Wir wollen natürlich, dass unsere Beziehungen zu der EU, zu den Ländern der EU, gut sind." Eine Reise nach Deutschland oder Niederlande schloss Erdogan nicht aus.

Vor dem Verfassungsreferendum im April 2017 in der Türkei hatte es unter anderem Ärger um geplante Wahlkampfauftritte Erdogans in Deutschland und den Niederlanden gegeben. Die Beziehungen wurden stark belastet.

Zuletzt gab es aber kleine Zeichen der Entspannung: So durften die deutsche Journalistin Mesale Tolu am 18. Dezember die Untersuchungshaft verlassen. Sie darf jedoch nicht ausreisen. Der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner war Ende Oktober aus der U-Haft entlassen worden.

Allerdings sind immer noch acht Deutsche in der Türkei aus politischen Gründen in Haft. Namentlich bekannt ist davon nur der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel. Nach Angaben der Organisation "Reporter ohne Grenzen" gehört die Türkei zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Journalisten weltweit.

Außenminister Sigmar Gabriel machte jüngst deutlich, dass er sich für die nächsten Jahre die Türkei nicht als Mitglied der Europäischen Union vorstellen kann. Er erkenne in der Türkei aber den Willen zu einem besseren Verhältnis mit Europa. "Und den gibt es auch bei uns", sagte der Außenminister. Es sei ein gutes Zeichen, dass zuletzt mehrere in der Türkei inhaftierte Deutsche freigekommen seien. Allerdings bleibe die große Sorge um den "Welt"-Korrespondenten Yücel. "Die Türken wissen, wie wichtig sein Schicksal für uns ist."

mho/dpa

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