Offensive gegen IS und Kurden Erdogan schwört Türken auf Kampf gegen Terror ein

Mit "derselben Entschlossenheit" will der türkische Präsident Erdogan den IS und kurdische Milizen in Syrien bekämpfen. Die türkischen Bürger rief er zu Widerstand gegen den Terror auf.

Der türkische Staatschef Erdogan in Gaziantep
AP

Der türkische Staatschef Erdogan in Gaziantep


Unter dem Jubel seiner Anhänger hat der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan in der Stadt Gaziantep die Bürger eindringlich auf den Kampf gegen den Terrorismus eingeschworen.

"Kommt, lasst uns dieses Land gemeinsam von der Geißel des Terrors befreien", sagte er am in einer Rede vor Tausenden fahnenschwenkenden Anhängern seiner Regierungspartei AKP. In waren eine Woche zuvor mehr als 50 Menschen bei einem Terroranschlag auf eine Hochzeit getötet worden, darunter viele Kinder und Jugendliche.

Die Türkei macht die Terrormiliz "Islamischer Staat" für das Selbstmordattentat verantwortlich. Die Toten könne man nicht zurückbringen, sagte Erdogan. "Aber für jeden vergossenen Tropfen Blut werden wir Rechenschaft fordern." Die Türkei werde "keinerlei terroristische Aktivitäten an oder in der Nähe von unseren Grenzen dulden", sagte Erdogan.

Der Präsident machte erneut keinen Unterschied zwischen den Terroristen des IS und anderen Gruppen wie der kurdischen Arbeiterpartei PKK, den kurdischen Milizen in Syrien oder der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen, den die Türkei als Anführer des Putschversuches von Mitte Juli sieht. Wenn das Parlament die Wiedereinführung der Todesstrafe beschließen sollte, werde er diese Entscheidung absegnen, bekräftigte Erdogan.

Die Türkei will eine Ausweitung des Kurdengebiets entlang der türkischen Grenze stoppen und wirft der YPG-Miliz vor, sich nach ihrem Vormarsch nicht wie versprochen wieder hinter den Euphrat zurückgezogen zu haben. Ankara fürchtet, dass die Ausrufung eines Kurdenstaates in Nordsyrien die Kurden in der Türkei ermutigen würde, ihren Kampf für Autonomie zu verstärken.

Am Wochenende hatte die Türkei ihre Offensive im Norden Syriens forciert.

als/dpa/AFP



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