Trauerfeier für Muhammad Ali Verbot von Koranlesung - Erdogan reist empört ab

Eklat bei der Trauerfeier für Muhammad Ali: Der türkische Präsident Erdogan hat die Feierlichkeiten verärgert verlassen. Ihm war angeblich verboten worden, Verse aus dem Koran vorzutragen.
Recep Tayyip Erdogan

Recep Tayyip Erdogan

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Eigentlich wollte der türkische Präsident an der Trauerfeier von Muhammad Ali teilnehmen. Doch dann entschied sich Recep Tayyip Erdogan kurzfristig um - und reiste ab. Erdogan habe Louisville im US-Bundesstaat Kentucky nach einer muslimischen Gebetszeremonie Richtung Türkei verlassen, teilte das Präsidialamt in Ankara mit. Hintergrund waren offenbar schwere Differenzen mit den Organisatoren der Feierlichkeiten.

Erdogan wollte laut der Nachrichtenagentur Dogan bei der Trauerfeier ein Stück des mit Koranversen verzierten Stoffes aus der großen Moschee in Mekka auf Alis Sarg legen. Weil ihm dies nicht gestattet worden sei, sei der türkische Präsident sehr gekränkt, berichtete die Zeitung "Hürriyet" unter Berufung auf Mitarbeiter Erdogans.

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Darüber hinaus wollten Erdogan und der sunnitische Geistliche Mehmet Gomez bei der Zeremonie Koranverse vortragen, was ihnen laut Dogan ebenfalls nicht erlaubt worden sei.

Der Schwergewichtsboxer war am Freitag vergangener Woche im Alter von 74 Jahren gestorben, er war seit Jahren an Parkinson erkrankt. Als Todesursache wurde eine Blutvergiftung aufgrund natürlicher Ursachen angegeben.

Die Tageszeitung "Hürriyet" und die Agentur Dogan berichteten, es habe während Erdogans Aufenthalt in Louisville auch Auseinandersetzungen zwischen Leibwächtern Erdogans und Vertretern des US-Geheimdienstes gegeben.

Muhammad Ali wird in der islamischen Welt verehrt, weil er 1964 zum Islam konvertierte und sich Zeit seines Lebens für einen toleranten und friedfertigen Islam einsetzte. Erdogan sagte während seines Aufenthalts in Louisville, der Boxer sei "von Sieg zu Sieg" geeilt und sei "eine Stimme der Unterdrückten und Opfer" geworden.

cte/AFP
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