Referendum Algerier stimmen für Aussöhnung mit Extremisten

Mit großer Mehrheit hat die Bevölkerung in Algerien dem Regierungsplan für eine nationale Versöhnung zugestimmt. Die islamischen Extremisten sollen eine Amnestie bekommen.


Algier - Bei der Volksabstimmung votierten nach offiziellen Angaben 97,36 Prozent der Wähler für eine Amnestie für islamische Rebellen. Nur 2,64 Prozent der Teilnehmer am Referendum hätten die "Charta für Frieden und nationale Versöhnung" von Präsident Abdelaziz Bouteflika abgelehnt, teilte Innenminister Yazid Zerhouni mit.

Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 79,76 Prozent. Zu dem Referendum waren rund 18,3 Millionen Stimmberechtigte aufgerufen. Die vor allem in der Kabylei starken Oppositionsparteien FFS und RCD hatten zum Boykott aufgerufen.

Die von Bouteflika zur Abstimmung vorgelegte Charta soll das Ende der politischen Gewalt besiegeln, der seit 1992 offiziellen Schätzungen zufolge etwa 150.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Sie sieht eine Amnestie für Islamisten vor, zugleich wird darin die Haftung des Staates für mögliche Gräueltaten ausgeschlossen.



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