Regierung für den Irak USA ändern ihre Pläne

Die US-Verwalter im Irak haben sich offenbar von der Idee verabschiedet, auf einer nationalen Versammlung eine irakische Übergangs-Regierung zu bilden. Stattdessen soll einem Zeitungsbericht zufolge innerhalb von sechs Wochen ein irakisches Beratergremium ernannt werden, das die US-Besatzer bei der Verwaltung des Landes unterstützen soll.




Paul Bremer hatte die nationale Versammlung bereits um einen Monat verschieben wollen
AP

Paul Bremer hatte die nationale Versammlung bereits um einen Monat verschieben wollen

Washington - Begründet worden sei das Vorgehen mit "einer enormen und komplizierten Tagesordnung" beim Wiederaufbau des Irak, berichtet die Zeitung "Washington Post" am Montag unter Berufung auf US-Kreise in Bagdad. Die 25 bis 30 Mitglieder des Beratergremiums sollten in Konsultation mit den Irakern von der britischen und der US-Regierung ernannt werden.

Vertreter von sieben früheren Exil-Organisationen seien am Sonntag von den USA über das geplante Vorgehen informiert worden, heißt es in dem Bericht weiter. Dazu zählten der Irakische National-Kongress, der Hohe Rat für die Islamische Revolution im Irak und zwei kurdische Parteien. Diese Gruppen wollen sich am Montag treffen, um eine gemeinsame Reaktion auszuarbeiten.

Irakische Gruppen hatten erwartet, dass auf einer nationalen Versammlung eine von den USA überwachte Übergangsregierung bestimmt würde. Ende Mai hatte der US-Verwalter im Irak, Paul Bremer, erklärt, die Konferenz werde wahrscheinlich im Juli abgehalten, einen Monat später als ursprünglich vorgesehen.

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