Politische Agitation Regierung von Benin schickt EU-Botschafter Nette nach Hause

Der westafrikanische Staat Benin steckt in der Krise. In dieser Situation hat sich EU-Boschafter Oliver Nette nach Meinung der Regierung zu sehr eingemischt - jetzt musste er ausreisen.

Anhänger des ehemaligen Regierungschefs Thomas Boni Yayi: "Umstürzlerische" Aktivitäten
Yanick Folly /AFP

Anhänger des ehemaligen Regierungschefs Thomas Boni Yayi: "Umstürzlerische" Aktivitäten


Der EU-Botschafter in Benin, Oliver Nette, hat das westafrikanische Land am Freitag wie von der Regierung gewünscht verlassen. Nette sei am Abend vom Flughafen der Hauptstadt Cotonou nach Brüssel geflogen, teilte ein AFP-Reporter vor Ort mit. Die Regierung Benins hatte ihn am Mittwoch beschuldigt, sich an "umstürzlerischen" Aktivitäten beteiligt zu haben.

Nette habe die Bevölkerung wiederholt zu Protesten gegen die Regierung aufgerufen, hatte ein hochrangiger Beniner Diplomat, der anonym bleiben wollte, am Mittwoch erklärt.

Die ehemalige französische Kolonie galt bislang als stabilste Demokratie Westafrikas. Seitdem nach den Parlamentswahlen im April Massenproteste ausbrachen, steckt das Land jedoch in einer politischen Krise. Beobachter sehen die Gefahr, dass sich das Land unter dem seit 2016 amtierenden Präsidenten Patrice Talon in einen autoritären Staat verwandelt.

Die EU ist ein wichtiger Geldgeber Benins. Hunderte Millionen Euro flossen in die Förderung einer verantwortungsbewussten Regierungsführung, die Landwirtschaft und die Bereitstellung von Elektrizität. Die Wirtschaft des Landes schwächelt, seitdem das Nachbarland Nigeria im Kampf gegen Schmuggler alle Importe und Exporte gestoppt hat.

mik/AFP



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