Regierungskrise in Belgien Leterme steht nicht mehr als Ministerpräsident zur Verfügung

Belgien wartet auf den König. Der Monarch Albert II. sucht derzeit mit Spitzenpolitikern einen Ausweg aus der Krise. Bisher steht nur eines fest: Der bisherige Ministerpräsident Yves Leterme steht für eine neue Regierung nicht mehr zur Verfügung.


Brüssel - Nach dem Scheitern der Regierung von Yves Leterme in Belgien will der flämische Christdemokrat nicht mehr für das Amt des Ministerpräsidenten zur Verfügung stehen. Leterme werde auch in einem künftigen Kabinett keine Rolle spielen, sagte sein Sprecher am Sonntagabend und widersprach damit entsprechenden Gerüchten.

Regierung am Ende: Yves Leterme verlässt im Auto den Sitz des Königs
REUTERS

Regierung am Ende: Yves Leterme verlässt im Auto den Sitz des Königs

Zunächst wolle der scheidende Regierungschef dafür sorgen, seinen Namen und den seiner Mitarbeiter in der Affäre um die Fortis-Bank "von allen Verdächtigungen reinzuwaschen". In der Affäre geht es um den Vorwurf, die Regierung habe massiv Druck auf ein Brüsseler Gericht ausgeübt, um den Verkauf der angeschlagenen Fortisbank an die französische Großbank BNP Parisbas durchzusetzen.

Der belgische König Albert II. sprach am Wochenende mit den Spitzenpolitikern des Landes über Auswege aus der Krise. Eine Antwort auf das von Leterme und seiner Regierung am Freitagabend eingereichte Rücktrittsgesuch ließ der Monarch zunächst offen. Als wahrscheinlichste Lösung galt die Ernennung einer Übergangsregierung bis zu vorgezogenen Neuwahlen im Juni 2009.

phw/AFP



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