Regionalwahlen in Italien Berlusconi-Lager bejubelt Triumph über Linke

Skandale und Korruptionsvorwürfe können Italiens Premier Silvio Berlusconi nicht stoppen: Bei den Regionalwahlen hat sein Mitte-Rechts-Bündnis dem linken Lager gleich vier Gebiete abgejagt - eine schwere Schlappe für die Opposition. Der Regierungschef jubelt: "Das ist mein Sieg."
Regionalwahlen in Italien: Berlusconi-Lager bejubelt Triumph über Linke

Regionalwahlen in Italien: Berlusconi-Lager bejubelt Triumph über Linke

Foto: Alessandro Di Meo/ dpa

Silvio Berlusconi

Nicolas Sarkozy

Rom- Affären, Korruptionsvorwürfe und Wahlpannen können Italiens Premier und seiner Rechts-Mitte-Koalition offenbar nichts anhaben: Der 73-Jährige entging bei den Regionalwahlen einer Schlappe, wie sie der französische Präsident vor rund einer Woche hinnehmen musste . Sein konservatives Lager schnitt bei der Abstimmung überraschend stark ab.

Nach Auszählung beinahe aller Stimmen lag Berlusconis Bündnis am Dienstag in sechs der 13 zur Abstimmung stehenden Regionen vorn. Vier von ihnen konnte die Allianz dem linken Lager abjagen - darunter die beiden südlichen Regionen Kalabrien und Kampanien. Nach einem längeren Kopf-an-Kopf-Rennen gingen auch Piemont und Latium an das seit zwei Jahren in Rom regierende Bündnis.

Lega Nord

Umberto Bossi

Ein großer Gewinner der Wahlen ist die rechtspopulistische von : Berlusconis Koalitionspartner konnte in Piemont, Venetien und in der Lombardei Spitzenergebnisse erzielen. Erstmals in ihrer Geschichte wird die Lega Nord damit in zwei Regionen des Nordens den Regierungschef stellen. Sie dürfte damit auch in der Koalition in Rom ihren Forderungen künftig mehr Nachdruck verleihen. "Die Linke existiert im Norden nicht mehr", verkündete Bossi.

Wahlbeteiligung sinkt auf Rekordtief

Berlusconi hatte die Regionalwahlen zuvor zu einem nationalen Test für seine Politik ausgerufen. "Ich habe in das Spiel eingegriffen, und das ist mein Sieg", kommentierte der Regierungschef den Wahlerfolg. Das Land sei mit ihm, er werde jetzt in den drei Jahren bis zur nächsten Parlamentswahl überfällige Reformen anpacken. "Diese Ergebnisse stärken die Regierung", erklärte Verteidigungsminister Ignazio La Russa. "Silvio Berlusconi hat von neuem gezeigt, dass er immer dann gewinnt, wenn es ein Referendum für oder gegen ihn gibt", sagte er weiter.

Die linken Kräfte in Rom hatten darauf gehofft, ähnlich wie bei den jüngsten Regionalwahlen im Nachbarland Frankreich, dem konservativen Lager eine schmerzliche Niederlage zufügen zu können. Die Opposition hatte in ihrer Hoffnung auf eine Wende vor allem darauf gesetzt, dass Berlusconis Affären, Korruptionsprozesse und Pannen sich bei den Wahlen negativ für den Cavaliere niederschlagen würden.

Nach Einschätzung von Beobachtern waren jedoch für viele Wähler auch regionale Probleme entscheidend, etwa der Müllnotstand in Kampanien mit der Hauptstadt Neapel. Zudem bot die zersplitterte Linke keine überzeugenden Alternativen zu Berlusconi.

Rund 41 Millionen Italiener waren in den 13 der 20 Regionen des Landes zur Abstimmung aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag mit lediglich 64 Prozent auf einem Rekordtief. Bei der letzten Regionalwahl im Jahr 2005 waren es noch 72 Prozent.

anr/Reuters/dpa
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