Reisehinweis des Außenministeriums USA warnen vor Terrorgefahr in Europa

Die US-Regierung mahnt ihre Bürger zur Vorsicht bei Reisen nach Europa. Das Außenministerium ruft dazu auf, nach den jüngsten Terrordrohungen wachsam zu sein. Besonders öffentliche Transportmittel werden als potentielle Ziele islamistischer Attentäter genannt.
Potentielles Terrorziel: Sicherheitskräfte vor dem Eiffelturm in Paris

Potentielles Terrorziel: Sicherheitskräfte vor dem Eiffelturm in Paris

Foto: CHARLES PLATIAU/ Reuters

Berlin/Washington - Die US-Regierung hat ihre Bürger nach den jüngsten Terrordrohungen zur Vorsicht bei Europareisen gemahnt. Das Außenamt in Washington gab am Sonntag einen sogenannten "Travel Alert"  heraus, in dem vor "potentiellen Terroranschlägen" gewarnt wird.

Al-Qaida

Terrororganisationen

und andere planten weiterhin Anschläge, heißt es in dem Reisehinweis des Außenministeriums. Es handelt sich aber nicht um eine formelle Reisewarnung.

Die US-Regierung weist in der Mitteilung auf mögliche Anschläge im öffentlichen Personenverkehr hin. US-Bürger sollten wie Bahn-, Flug- und Schiffsverkehr wachsam sein. In dem Reisehinweis werden keine einzelnen Länder genannt. Es heißt lediglich, europäische Regierungen hätten entsprechende Maßnahmen unternommen.

Mit der Warnung der Behörden war jüngst gerechnet worden. Mehrere Medien hatten berichtet, in der US-Regierung herrsche Besorgnis über Hinweise auf geplante Anschläge durch das Terrornetzwerk al-Qaida. Es habe dazu am Samstag eine Reihe von Treffen hochrangiger Offizieller gegeben. Auch seien die ersten der betroffenen europäischen Staaten über den amerikanischen Reisehinweis informiert worden. Die USA nähmen die Bedrohung durch Attentate radikaler Islamisten in Ländern wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich ernst, hieß es weiter.

Bin Laden soll Terrorplot gebilligt haben

In der vergangenen Woche hatten vor allem amerikanische und britische Medien über entsprechende Terror-Hinweise berichtet. Sie sind nach SPIEGEL-Informationen von der Nummer drei der Qaida, Scheich Younis al-Mauretani, ausgegangen. Dies hat der aus Hamburg stammende deutsche Islamist Ahmad Sidiqi ausgesagt, der seit Wochen von amerikanischen Ermittlern im US-Militärgefängnis Bagram in Afghanistan verhört wird.

Osama Bin Laden

Sidiqui hatte ausgesagt, er habe Scheich al-Mauretani im Frühsommer dieses Jahres unter konspirativen Umständen in der pakistanischen Stadt Mir Ali getroffen, gab der Deutsche an. Dabei habe der Scheich über mögliche Anschläge in mehreren europäischen Ländern, darunter Frankreich und Großbritannien, gesprochen. Der Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida, , habe die Pläne persönlich gebilligt und einen Teil des dafür nötigen Geldes zur Verfügung gestellt.

Sidiqi war Anfang Juli in Kabul von amerikanischen Soldaten festgenommen worden. Er wird derzeit in der US-Militärbasis Bagram vernommen. Gegenüber den Vernehmern gab Sidiqi auch an, er habe in Afghanistan gekämpft und dabei Said Bahaji getroffen, einen der Unterstützer der Todespiloten vom 11. September 2001.

Der Deutsch-Afghane Sidiqi hatte Deutschland im März 2009 verlassen und sich militanten Gruppen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet angeschlossen. Auf seine Vernehmungen gehen die jüngsten Terroralarme in den USA und Europa zurück. Islamisten planten simultane Anschläge in Großstädten, auch deutsche Städte seien unter den Zielen, hieß es. Das deutsche Innenministerium hatte die Informationen grundsätzlich zwar bestätigt, aber betont, es bestehe keine unmittelbare Gefahr.

Unklar ist, wie seriös Sidiqis Aussagen sind. Während US-Behörden ihn für glaubhaft halten, sind deutsche Ermittler zurückhaltend. Eine deutsche Geheimdienstdelegation soll ihn so schnell wie möglich in Afghanistan selbst befragen.

phw/dpa/AFP
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