Reiselust Osthoff zurück im Irak

Susanne Osthoff ist sieben Wochen nach ihrer Freilassung entgegen dringender Bitten der deutschen Regierung wieder in den Irak gereist. Die Archäologin bezeichnete ihre Reise als private Angelegenheit.


Hamburg - Die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet heute, Osthoff sei vorgestern in der nordirakischen Stadt Erbil eingetroffen. In einem Gespräch mit der Zeitung sagte Osthoff, sie fühle sich von einem Großteil der Öffentlichkeit missverstanden, daher gebe es keinen Grund, diese über ihre Motive zu informieren. Ihre Reise nach Erbil sei ihre private Angelegenheit, so Osthoff gegenüber der "NZZ". "Ich bin hier, um Dinge zu erledigen, die noch zu erledigen sind", sagte sie weiter. Osthoff habe versichert, sie sei aus humanitären Gründen in den Irak gereist, schreibt die Zeitung.

Osthoff war Ende November vergangenen Jahres im Irak entführt und nach rund drei Wochen, kurz vor Weihnachten, von ihren Kidnappern wieder freigelassen worden. Nach ihrer Freilassung sorgte sie durch seltsame Fernsehauftritte für Verwirrung. So wurde sie mit der Aussage zitiert, sie wolle in den Irak zurückkehren, wo sie auch familiäre Bindungen hat. Die Bundesregierung warnte sie daraufhin eindringlich vor einer Reise in den Irak. Osthoff selbst ließ wissen, sie sei falsch interpretiert worden.

Vor ihrer Entführung war sie in der Gegend um das nordirakische Mosul dabei, eine osmanische Karawanserei aufzubauen. Nach ihrer Freilassung wurde ein Teil des Lösegeldes in ihrer Kleidung gefunden, als sich Osthoff in der deutschen Botschaft in Bagdad aufhielt. Auch wurde spekuliert, ob sie Verbindungen mit dem Bundesnachrichtendienst hatte. Osthoff hielt sich nach ihrer Freilassung überwiegend in arabischen Ländern auf.

Seit mehr als drei Wochen sind im Irak zwei Deutsche aus Sachsen in der Gewalt von Entführern. Mehrere Ultimaten verstrichen bisher. Die Kidnapper fordern von Deutschland, jegliches Engagement im Irak einzustellen.



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