Rennen ums Weiße Haus Obama verzichtet auf staatliche Wahlkampfhilfen

Geschickter Schachzug von Barack Obama: Der designierte demokratische Präsidentschaftskandidat schlägt staatliche Wahlkampfhilfen aus und kann so unbegrenzt private Spenden einsetzen. Kontrahent McCain wirft ihm Wortbruch vor.


Washington - Staatliche Gelder für den Wahlkampf? Barack Obama verzichtet. Stattdessen will der designierte demokratische Präsidentschaftskandidat seine Kampagne ausschließlich mit privaten Spenden finanzieren und darf diese nun unbegrenzt einsetzen.

Barack Obama: Der US-Demokrat verzichtet im Wahlkampf auf staatliche Gelder
AP

Barack Obama: Der US-Demokrat verzichtet im Wahlkampf auf staatliche Gelder

In einer Videobotschaft an seine Unterstützer bezeichnete Obama das System der staatlichen Wahlkampfhilfen als kaputt. Er rief dazu auf, "die erste Wahlkampagne aufzubauen, die wirklich vom amerikanischen Volk finanziert wird". Obama ist der erste US-Kandidat seit 1976, der im Hauptwahlkampf um die Präsidentschaft ganz auf staatliche Hilfen verzichtet - damals hatte der Kongress die Wahlkampfhilfe gesetzlich geregelt.

Mit der Annahme staatlicher Unterstützung ist in den USA eine Obergrenze für Wahlkampfausgaben verbunden, in diesem Jahr wären es rund 85 Millionen Dollar. Beim Sammeln privater Spenden war Obama bislang deutlich erfolgreicher als McCain. Obama kam bis Ende April auf 265,5 Millionen Dollar, McCain nur auf 96,6 Millionen Dollar. Der Großteil davon wurde allerdings bereits im Vorwahlkampf ausgegeben.

McCain teilte bereits mit, er werde die staatlichen Finanzmittel wahrscheinlich in Anspruch nehmen. Zugleich warf er Obama vor, in der Angelegenheit sein Wort gebrochen zu haben. Obama hielt McCain wiederum vor, sich von Lobbyisten und Interessengruppen sponsern zu lassen.

hen/AFP

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