Reparationen für NS-Verbrechen Bundesregierung lehnt Vorschlag für Weisenrat ab

Muss Deutschland für NS-Verbrechen Geld an Griechenland zahlen? Der griechische Außenminister will diese Frage von unabhängigen Wissenschaftlern beantworten lassen - doch Berlin weist die Idee zurück.
Griechischer Außenminister Kotzias: Berlin lehnt seinen Vorschlag ab

Griechischer Außenminister Kotzias: Berlin lehnt seinen Vorschlag ab

Foto: INTS KALNINS/ REUTERS

Berlin - Die Bundesregierung lehnt den griechischen Vorstoß für einen neuen "Rat der Weisen" zur Frage von deutschen Wiedergutmachungszahlungen ab. Zu einem entsprechenden Vorschlag von Außenminister Nikos Kotzias sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts nun: "Für uns ist das Kapitel Reparationen juristisch und politisch abgeschlossen."

Am Wochenende hatte sich der griechische Außenminister Nikos Kotzias im Streit über Reparationen für Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg für ein solches Gremium ausgesprochen. Einem Weisenrat sollten Wissenschaftler aus beiden Ländern angehören, so der Syriza-Minister.

Zuletzt hatte es aus der griechischen Regierung Drohungen gegeben, notfalls die Gebäude deutscher Einrichtungen in Griechenland zu pfänden. Die Bundesregierung hatte erst am Freitag ihre Ablehnung von Reparationszahlungen bekräftigt.

Zugleich hatte Kotzias erneut die Drohung des griechischen Verteidigungsministers Panos Kammenos ins Spiel gebracht, der Berlin vor zwei Wochen mit einer Flüchtlingsschwemme gedroht hatte. "Machen Sie uns kaputt, und was kommt dann?", so Kotzias: Wenn sich Millionen Menschen auf den Weg machen, weiß niemand, was passiert."

mxw/dpa
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