Reporter ohne Grenzen Putin zählt zu den größten "Presse-Räubern"

Russlands Ministerpräsident und Chinas Staatspräsident gehören für "Reporter ohne Grenzen" zu den 40 größten Feinden der Pressefreiheit. In einem aktuellen Bericht prangert die Organisation die Behinderung von Journalisten an - auf der Liste stehen insgesamt 17 Staats- und Regierungschefs.
Politiker Putin und al-Gaddafi: Zwei der größten Feinde der Pressefreiheit

Politiker Putin und al-Gaddafi: Zwei der größten Feinde der Pressefreiheit

Foto: RIA Novosti/ REUTERS

Paris - Am Internationalen Tag der Pressefreiheit hat die Organisation " Reporter ohne Grenzen " (ROG) die Behinderung von Journalisten in vielen Ländern der Welt scharf kritisiert. Die Organisation veröffentlichte am Montag eine Liste mit den 40 Politikern und Gruppierungen, die ihrer Ansicht nach die Pressefreiheit am meisten verletzen.

"Egal ob Präsidenten, Minister, Stabschefs, Religionsführer oder die Köpfe von bewaffneten Gruppen - diese Feinde der Pressefreiheit haben die Macht, Journalisten zu zensieren, einzusperren, zu kidnappen, zu foltern und in den schlimmsten Fällen zu töten", kommentiert ROG die neue Liste.

Hu Jintao

Wladimir Putin

Muammar al-Gaddafi

Mahmud Ahmadinedschad

Alexander Lukaschenko

Auf der Liste stehen 17 Präsidenten oder Ministerpräsidenten, wie der chinesische Staatschef , der russische Ministerpräsident , Libyens Machthaber und der iranische Präsident . Auch Tunesiens Staatschef Zine el-Abidine Ben Ali oder Weißrusslands Präsident sind vertreten.

Eta

Farc

Mullah Omar

Hamas

Als bewaffnete Untergrundorganisationen nannte die Organisation unter anderen die baskische und die kolumbische -Guerilla. Als Unterdrücker der Pressefreiheit wird auch Talibanchef genannt. Erwähnt werden in diesem Zusammenhang auch das israelische Verteidigungsministerium sowie die radikalislamische .

Rund 170 Journalisten sitzen in Gefängnissen

Die Vorwürfe gegen die Menschen auf der Liste sind scharf und deutlich: "Kontrolle ist das Schlüsselwort für den ehemaligen KGB-Offizier: Kontrolle über den Staat, über die Wirtschaft, die Politik und die Medien", schreibt ROG beispielsweise über Putin. Unabhängige Journalisten und Menschenrechtsaktivisten seien in Russland beträchtlichen Gefahren ausgesetzt, allein 2009 wurden im Land fünf Medienvertreter ermordet.

Über Chinas Präsidenten Jintao heißt es, er sorge mit Hilfe der Sicherheitskräfte dafür, dass im bevölkerungsreichsten Land der Erde keine freie Presse entstehen könne. Den israelischen Streitkräften wirft die Organisation mit Hauptsitz in Paris Machtmissbrauch und Gewalt gegen Journalisten vor. Die Eta zwinge mit Todesdrohungen dutzende spanische Medienvertreter dazu, sich Leibwächter zu nehmen.

Den Internationalen Tag der Pressefreiheit hatte die Uno-Generalversammlung 1991 auf Vorschlag der Unesco ausgerufen. Er erinnert an die "Erklärung von Windhoek", die am 3. Mai 1991 zur Förderung einer unabhängigen und pluralistischen Presse verabschiedet wurde. Nach Angaben der Organisation ROG wurden 2010 bereits neun Journalisten getötet, rund 170 sitzen im Gefängnis.

lgr/AFP/dpa/ddp
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