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17. Mai 2013, 12:31 Uhr

Demokratische Republik Kongo

Miliz attackiert Zivilisten in Dschungeldorf

Die Angreifer kamen mit Bajonetten, Macheten und Holzknüppeln: Im Osten des Kongo hat es eine Attacke auf ein abgelegenes Dorf gegeben. Die Gewalt richtete sich laut der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen auch gezielt gegen kleine Kinder.

Goma - Seit Monaten kämpfen verschiedene Milizen um die Herrschaft über die rohstoffreiche Regionen im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Immer wieder kommt es dabei zu brutalen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung. Nun haben bewaffnete Truppen in dem Ort Mpeti ein Blutbad angerichtet. Nach Angaben der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" kamen bei der Attacke zahlreiche Menschen ums Leben.

Die Überlebenden werden in einer Klinik versorgt. "Unter anderem behandeln wir zwei Kinder mit Stichwunden in der Brust, im Rücken und auf dem Kopf", sagte der Chirurg Martin Jarmin am Freitag. Das Dorf sei derzeit verlassen, die Bewohner hielten sich aus Angst vor weiteren Angriffen versteckt.

Bei der brutalen Attacke mit Macheten und Holzknüppeln nahmen die Täter am vergangenen Dienstag vor allem Kinder und ihre Eltern ins Visier, erklärte Hugues Robert, der Chef der Organisation in der Provinzhauptstadt Goma. Augenzeugen berichteten, die Toten seien in einen Fluss geworfen worden. Deshalb wisse niemand genau, wie viele Opfer es gegeben habe. Es sei jedoch von einer erheblichen Anzahl auszugehen, da in dem Ort kaum medizinische Hilfe zu bekommen sei.

Die Rebellion im Osten des Landes läuft seit rund einem Jahr, kurzzeitig hatte die Rebellengruppe M23 sogar die Stadt Goma erobert. Noch im März hatte die Regierung in Kinshasa ein Friedensabkommen mit den Aufständischen vorgelegt, das einen Schlussstrich unter die ständigen Gewalttaten ziehen sollte. Zuletzt wurden aus der Region jedoch immer wieder Kämpfe und vor allem auch Übergriffe auf Zivilisten gemeldet.

jok/dpa

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