Republikaner Huckabee gewinnt Vorwahl in Kansas

Achtungserfolg für den ehemaligen Baptistenprediger Mike Huckabee: Er siegte in Kansas laut Hochrechnungen deutlich mit 60 Prozent der Stimmen vor John McCain. Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur hat er trotzdem kaum.


Washington - Der Republikaner Mike Huckabee hat die Vorwahl im US-Bundesstaat Kansas für die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei klar gewonnen. Nach Auszählung von rund 80 Prozent der Stimmen kam der ehemalige Baptistenprediger auf 60 Prozent, seine Konkurrenten John McCain auf 24 und Ron Paul auf 11 Prozent. Zu vergeben waren 36 Delegierte für den Nominierungskongress. In Washington liegt nach Angaben von CNN momentan Barack Obama mit 67 Prozent der Stimmen klar vorne, Hillary Clinton kommt auf 32 Prozent. Allerdings sind bei diesem Caucus erst etwa ein Drittel der Stimmen ausgezählt.

Mike Huckabee und seine Wähler: Erfolg in Kansas, aber schlechte Chancen für die Präsidentschaftskandidatur
AP

Mike Huckabee und seine Wähler: Erfolg in Kansas, aber schlechte Chancen für die Präsidentschaftskandidatur

Huckabee, dem Ex-Gouverneur von Arkansas, werden allerdings auch nach dem Sieg in Kansas kaum Chancen eingeräumt, auf dem Delegiertenparteitag der Republikaner im Sommer als Präsidentschaftskandidat aufgestellt zu werden. Sein Rivale John McCain liegt bei der Gesamtzahl der Delegierten praktisch uneinholbar vorne.

Der 71-jährige McCain hatte seinen Vorsprung am Super Tuesday mit Wahlen in mehr als 20 Bundesstaaten ausgebaut. Sein Hauptkonkurrent Mitt Romney, der frühere Gouverneur von Massachusetts, zog sich daraufhin am Donnerstag aus der Kandidatenkür der Republikaner zurück. Die amerikanischen Wähler schätzen vor allem McCains Charakter: Der Vietnam-Veteran gilt als tapfer, unerschrocken und unangepasst, und erwähnt in fast jeder Rede seinen "Dienst für sein Land".

Die Niederlage McCains in Kansas veranschaulicht nach Ansicht von Beobachtern jedoch dessen Schwierigkeiten, die Unterstützung des rechtskonservativen Flügels der Partei für sich zu finden.

Am Wochenende finden in mehreren Bundesstaaten weitere Vorwahlen statt: Die Republikaner stimmen auch in Louisiana und Washington ab. Die Demokraten wählen in Louisiana, Washington, Nebraska und Maine.

Bei den Demokraten ist der Ausgang des Rennens noch völlig offen. Die New Yorker Senatorin und Ex-First-Lady Hillary Clinton und der schwarze Senator Barack Obama aus Illinois liegen bei der Zahl der Delegierten nahezu gleichauf. Die Wahlen am Wochenende finden zwar in relativ kleinen Staaten statt, könnten aber wichtige Etappensiege im Kopf-an-Kopf-Rennen sein.

tno/Reuters/dpa/AP



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