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27. August 2012, 21:06 Uhr

Republikaner

Parteitag eröffnet - und gleich vertagt

Nach seiner symbolischen Eröffnung ist der Parteitag der US-Republikaner um 24 Stunden vertagt worden. Parteichef Priebus eröffnete formell die Veranstaltung in Florida und verschob sie umgehend. Grund ist der Tropensturm "Isaac", der Tampa nun aber wohl weitgehend verschont.

Tampa - Im Zeichen des Tropensturms "Isaac" ist der Nominierungsparteitag der US-Republikaner in Tampa (Florida) eröffnet worden. Nach kurzem Zeremoniell wurde die Veranstaltung sofort auf Dienstag vertagt. Die Parteiführung hatte sich zu einer Verkürzung auf drei Tage entschlossen, weil sie Gefahren durch "Isaac" fürchtete. Der Sturm bewegt sich zurzeit durch den Golf von Mexiko auf die südliche US-Küste zu, hat Tampa aber verschont.

"Es ist mein Privileg, den nationalen Parteitag der Republikaner 2012 für eröffnet zu erklären", sagte Parteichef Reince Priebus zum offiziellen Auftakt. Er startete zugleich zwei gigantische Uhren, die die laufende US-Staatsverschuldung aufzeigen sollen. Demnach wuchs der Schuldenberg in den wenigen Minuten des Eröffnungszeremoniells allein um rund 13 Millionen Dollar (10,4 Millionen Euro). Damit solle die "haushaltspolitische Rücksichtslosigkeit" der Regierung von Präsident Barack Obama vor Augen geführt werden, erklärte Priebus.

Am Dienstag soll der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, offiziell zum Herausforderer von Präsident Obama gekürt werden. Anschließend sind Reden des Chefs des Repräsentantenhauses, John Boehner, sowie des Gouverneurs von New Jersey, Chris Christie, vorgesehen. Auch Romneys Frau Ann soll am Dienstagabend ans Rednerpult treten. Am Mittwoch steht die Rede des Vizekandidaten Paul Ryan im Mittelpunkt, am Donnerstag soll Romney dann die Nominierung auf dem Höhepunkt des Parteitags annehmen. Die Präsidentschaftswahl findet am 6. November statt.

Die jüngsten Umfragen dürften Romney Auftrieb geben. Einer Erhebung der "Washington Post" und des TV-Senders ABC zufolge liegt Romney mit 47 zu 46 Prozent vor Obama. Vor allem beim Thema Wirtschaft trauen die Befragten Romney mehr zu. Allerdings liefern sich beide Kontrahenten seit Monaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Für Romney kommt es bei dem Parteitag vor allem darauf an, die eigene Basis zu mobilisieren. Er muss vor allem versuchen, die politischen Differenz zwischen der radikalen Tea-Party-Bewegung und den eher Moderaten zu überwinden. Zudem hat Romney nach Ansicht vieler Kommentatoren ein Imageproblem: Er gilt zwar als kompetenter Wirtschaftsmann, aber menschlich als eher hölzern und langweilig.

ler/dpa/AFP

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