US-Gesundheitssystem Republikaner stellen Obamacare-Ersatz vor

Die Abschaffung von Barack Obamas Gesundheitsreform war ein Wahlversprechen von Donald Trump. Nun haben die Republikaner einen ersten Entwurf präsentiert - doch der ist auch innerhalb der Partei umstritten.

Barack Obama (Archivbild)
REUTERS

Barack Obama (Archivbild)


Die Republikaner haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, mit dem die Gesundheitsreform des früheren US-Präsidenten Barack Obama rückgängig gemacht und durch ein neues System ersetzt werden soll. Der Entwurf sieht vor, wesentliche Teile des Affordable Care Acts Obamas, besser bekannt als "Obamacare", abzuschaffen. Dazu soll auch die Versicherungspflicht gehören.

An die Stelle staatlicher Zuschüsse soll eine freiwillige Krankenversicherung treten, die mit Steuernachlässen zwischen 2000 und 4000 US-Dollar begünstigt werden soll. Bleiben soll die Verpflichtung für Versicherer, Menschen unabhängig von ihren Vorerkrankungen aufzunehmen. Auch die Möglichkeit für junge Leute, bis zum Alter von 26 Jahren bei ihren Eltern versichert zu bleiben, soll erhalten bleiben.

Der Entwurf ist auch innerhalb der Republikaner umstritten. Noch in dieser Woche soll in den Ausschüssen darüber abgestimmt werden. Als größte Hürde gilt jedoch der US-Senat, wo die Republikaner nur eine knappe Mehrheit haben. Aus den Reihen der republikanischen Senatoren hatte sich erheblicher Widerstand gegen den Entwurf geregt.

Der Vorsitzende des Energie- und Handelsausschusses, Greg Walden, sagte, der Entwurf der Republikaner sei "der bessere Weg" und rücke die Patienten und nicht die Bürokraten in den Vordergrund. Seine Partei werde weiter daran arbeiten, die "Amerikaner vom Murks der Obamacare" zu befreien.

Die Abschaffung von Obamacare war eines der Wahlkampfversprechen von Donald Trump. Über das System sind 20 Millionen Bürger mit einer Krankenversicherung abgedeckt. Der Anteil der Bürger ohne Krankenversicherung ist dadurch auf einen historischen Tiefstand von weniger als zehn Prozent gesunken. Allerdings war das System zuletzt nochmals verstärkt in die Kritik geraten, weil ein hoher Anstieg der Beiträge für einen Teil der Versicherten vorhergesagt wird.

max/dpa/AFP



insgesamt 80 Beiträge
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Mach999 07.03.2017
1. Steuergeschenk
Wer arbeitslos wird oder prekär beschäftigt ist, wird an der Krankenversicherung als erstes sparen und damit auch nicht von den staatlichen Zuschüssen profitieren. Die kommen dann wieder nur denen zu Gute, denen es besser geht. Umverteilung von unten nach oben. Typisch für die Republikaner.
claude 07.03.2017
2. die Ärmsten sind wieder mal die Leidtragenden
Genau die, die sich keine Versucherung leisten können, die ärmsten der armen, würden sich riesig darüber freuen, 2000-4000$ Steuererleichterungen zu bekommen, hätten sie einen Arbeitsplatz wo sie auch nur halbwegs soviel verdienen, das sie eben diese 2000-4000$ absetzen könnten.
Architectus 07.03.2017
3. Trump, der Anwalt der Kleinen....
Steuernachlass anstatt Zuschß..... die unsozialste und ungerechteste Art so zu tun als würde man "den kleinen Mann" ubterstützen wollen. Die Armen, also diejenigen die eine Krankenversicherung am nötigsten haben zahlen keine oder sehr wenig Steuer und haben also nichts davon, die Besserverdienenden nehman die 4000 $ so nebenbei als Geschenk mit ohne diese nötig zu haben..... Konservative Fürsorge as its best.....
Actionscript 07.03.2017
4. Glauben die Republikaner wirklich, dass dieser Plan billiger wird?
Da dieselben Bedingungen wie bei Obamacare erhalten bleiben wie Versicherung auch bei Menschen unabhängig von ihren Vorerkrankungen und junge Leute bis 26, so bleiben die Kostenfaktoren erhalten. Im Gegenteil, da jetzt nicht mehr jeder versichert sein muss, werden die Prämien noch höher als bei Obamacare sein. Und ein Steuervorteil von $2000 bis $4000 ist ein Tropfen auf den heissen Stein und kostet dem Staat Geld, was ja eingespart werden soll. Die Frage ist, verlieren jetzt alle unter Obamacare Versicherten die Versicherung? Es gibt nichts Besseres momentan als Basis als Obamacare.
sting111 07.03.2017
5. Monatliche Beitraege (Premium) sind bei weitem nicht das Problem
Bereits im Oktober 2016 hat CNBC berichtet: "Deductibles (Eigenanteil) for individuals enrolled in the lowest-priced Obamacare health plans will average more than $6,000 in 2017, the first time that threshold has been cracked in the three years that Affordable Care Act marketplaces have been in business." http://www.cnbc.com/2016/10/26/obamacare-deductibles-are-on-the-rise-for-2017-along-with-monthly-premiums.html
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