US-Vorwahlen Romney siegt in zwei Staaten und der Hauptstadt

Triple für Mitt Romney: Der republikanische Präsidentschaftsbewerber hat die Vorwahlen in Maryland, Wisconsin und Washington DC gewonnen. Die Nominierung scheint ihm nicht mehr zu nehmen, Rivale Santorum ist so gut wie chancenlos.

Sieger Romney (in Wisconsin): Auf dem Weg zur Nominierung
AFP

Sieger Romney (in Wisconsin): Auf dem Weg zur Nominierung


Washington - Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney hat laut Hochrechungen des TV-Senders CNN die Vorwahlen in Wisconsin, Maryland sowie dem Hauptstadtbezirk District of Columbia (DC) gewonnen. Sein ärgster Rivale, Republikaner-Rechtsaußen Rick Santorum, musste sich dem Favoriten mit teils deutlichem Abstand geschlagen geben.

In Maryland kam Romney - bei noch nicht vollständiger Auszählung der Stimmen - auf 49 Prozent, Santorum erreichte lediglich 29 Prozent. Newt Gingrich (11) und Ron Paul (10) folgten abgeschlagen. In Wisconsin führte Romney mit 42 Prozent vor Santorum (38 Prozent), Gingrich (6) und wiederum Paul (12). In DC erreichte Favorit Romney gar 70 Prozent, Paul (12) und Gingrich (11) folgten. Santorum hatte es in der Hauptstadt nicht auf den Wahlzettel geschafft.

Mit diesem Triple am Dienstagabend hat Romney seinen Abstand auf die Mitbewerber vergrößern können, seine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten ist so gut wie sicher. Doch trotz seines Rückstands hat Santorum erneut betont, er wolle nicht aus dem Rennen aussteigen.

"Ein sehr schwieriger Monat"

Maryland, Wisconsin und DC entscheiden insgesamt über 98 Delegierte für den Republikaner-Parteitag im August, wo mindestens 1144 Stimmen benötigt werden, um zum Kandidaten fürs Weiße Haus bestimmt zu werden. Mit seinen Siegen wird Romney nun die Marke von 600 Delegierten überspringen, während Santorum auf nur knapp halb so viele Stimmen kommt.

Der Ex-Senator räumte am Montag in einem CNN-Interview ein, dass der April für ihn "ein sehr schwieriger Monat" werde. Die nächsten Vorwahlen stehen erst in drei Wochen an - und zwar vor allem in Staaten, die ihm bislang nicht unbedingt gewogen sind. Darunter auch sein Heimatstaat Pennsylvania. Trotzdem wollte Santorum nicht über ein mögliches Scheitern sprechen. Ganz im Gegenteil: Am Montagabend noch hatte er gegenüber CNN betont, der Kampf um die Kandidatur sei "viel enger" als Romneys Wahlkampfteam dies darstelle. Der Ex-Senator verwies darauf, dass im Mai eine Reihe von Vorwahlen in konservativeren Bundesstaaten wie Texas oder Kentucky anstünden, in denen womöglich er die Siege davontragen werde.

Romney hatte in den vergangenen Tagen die Unterstützung von weiteren einflussreichen Politikern der republikanischen Partei erhalten. So erklärten der beliebte Senator aus Florida, Marco Rubio, der Anführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, sowie der frühere Präsident George Bush Senior, dass sie sich Romney als Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei wünschten.

Der Ex-Gouverneur von Massachusetts liegt in jüngsten Umfragen aber deutlich hinter Amtsinhaber Barack Obama. Die Zeitung "USA Today" veröffentlichte am Montag eine Erhebung des Gallup-Instituts, laut der Obama in einem direkten Duell auf 49 und Romney auf 45 Prozent käme. In wahlentscheidenden "Swing States", die zwischen Republikanern und Demokraten besonders umkämpft sind, war der Vorsprung des Präsidenten noch größer.

Obama derweil stellt sich bereits auf Romney als Kontrahenten ein. In seinem neuesten Wahlwerbespot greift er ihn erstmals direkt an, stellt ihn als Unterstützer einer profitgierigen Ölindustrie dar. Auch in öffentlichen Äußerungen nimmt Obama zunehmend den Ex-Gouverneur von Massachusetts ins Visier. Über die anderen Bewerber Gingrich und Paul verliert er dagegen kein Wort.

In einer Rede vor Zeitungsverlegern in Washington nahm Obama die Republikaner und Romney am Dienstag unter Beschuss. Die Partei verfolge eine "radikale Vision" für die Nation und habe sich so weit nach rechts bewegt, dass selbst die einstige Symbolfigur Ronald Reagan heute keine republikanische Vorwahl mehr gewinnen könne, sagte Obama.

Außerdem warf er den Republikanern Sozialdarwinismus vor: Bei den Sparplänen der Konservativen handele es sich um ein "trojanisches Pferd". In Wirklichkeit gehe es ihnen darum, die Gesellschaft radikal zu verändern, sagte Obama. Seine politischen Gegner würden Sozialprogramme radikal kürzen, zugleich aber Steuervorteile der Reichen nicht antasten wollen. Dies gehe auch auf Kosten des Mittelstandes.

Romney konterte prompt: Nach den vergangenen drei Jahren sei eine Lektion über verantwortliche staatliche Ausgaben das letzte wozu Präsident Obama qualifiziert sei, sagte eine Sprecherin des Kandidaten. Die Republikaner werfen Obama vor, er sei verantwortlich für die lahmende US-Konjunktur und hohe Arbeitslosigkeit.

sef/Reuters/AP/dpa/AFP

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porstel40 04.04.2012
1. Was ist ...
... Sozialdarwinismus ? Kann da jemand weiterhelfen? Darwin und Sozial sagt mir schon etwas und klingt eher links. Was meint der angeblich weit weit links von Romney stehende Obama, wenn er dieses Wort als Schimpfwort verwendet?
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