Furcht vor nächstem Wahlkampf Republikaner drohen wegen Clinton-Filmen mit Sender-Boykott

Zwei US-Sender planen Filme über Hillary Clinton, das passt den Republikanern überhaupt nicht. Der Parteichef wittert Werbung für die Demokratin - und droht NBC und CNN unverhohlen mit einem Boykott im Wahlkampf, wenn die Projekte nicht gestoppt würden.

Ex-Außenministerin Clinton: Wirbel um Doku und Mini-Serie
Getty Images

Ex-Außenministerin Clinton: Wirbel um Doku und Mini-Serie


Washington - Die Pläne zweier großer US-Sender, Dokumentarfilme über Hillary Clinton zu produzieren, sind bei den Republikanern auf scharfen Protest gestoßen. In Schreiben an die Chefs von CNN und NBC Entertainment drohte Parteichef Reince Priebus am Montag mit dem Boykott von Vorwahldebatten, sollten sie die Pläne nicht fallenlassen. Mehr als drei Jahre vor den nächsten Präsidentschaftswahlen warf Priebus den Sendern vor, mit den geplanten Filmen Werbung für Clintons "im Werden begriffene Kampagne" zu machen.

Clinton hatte vor ihrem Ausscheiden aus dem Amt als US-Außenministerin Anfang Februar wiederholt erklärt, dass sie nach zwei Jahrzehnten in der politischen Öffentlichkeit mehr Zeit für sich haben wolle. Dennoch halten sich hartnäckig Spekulationen, sie könnte bei der Wahl 2016 einen neuen Anlauf auf die Präsidentschaft nehmen. Das Schreiben des Republikaner-Chefs spricht wohl für die Furcht der Partei, die beliebte Politikerin könnte tatsächlich nochmals antreten.

In dem Brief warf Priebus den beiden Sendern "Einflussnahme" und "politische Begünstigung" vor. In einer weiteren Erklärung bezeichnete er die "Maßnahmen" der Networks zur "Förderung von Ministerin Clinton" als "beunruhigend und enttäuschend".

Boykott bei Vorwahlen

Sollten CNN und NBC die Produktionen nicht bis zum Sommerparteitag der Republikaner im August 2014 stoppen, werde er sich dafür einsetzen, dass seine Partei an keiner Vorwahldebatte der beiden Sender teilnehme, warnte er.

CNN erwiderte, mit einem derartigen Boykott würde die Partei den Wählern einen wahren "Bärendienst" erweisen. NBC wiederum wies in einer kurzen Erklärung auf die strikte Trennung zwischen NBC Entertainment und NBC News hin. NBC Entertainment hatte im Juli die Produktion einer Miniserie "Hillary" mit Diane Lane in der Rolle der demokratischen Politikerin angekündigt.

CNN plant einen Dokumentarfilm unter der Regie von Charles Ferguson, der im kommenden Jahr zunächst in den Kinos und dann über das Kabelfernsehen ausgestrahlt werden soll.

Außerdem geplant ist für das Kino das Biopic "Rodham" von Regisseur James Ponsoldt über die frühen Jahre von Hillary Clinton, geborene Rodham, als junge Anwältin während der Watergate-Affäre.

fab/AFP



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