Tea-Party-Ikone Republikanerin Bachmann verabschiedet sich aus US-Kongress

Im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf nahm sie noch an den Vorwahlen der Republikaner teil, jetzt steigt sie aus der Politik aus: Abgeordnete Michele Bachmann will nicht mehr für den Kongress kandidieren. Gründe und Pläne ließ die Tea-Party-Ikone aber im Dunkeln.
Michele Bachmann: Die Republikanerin will nicht mehr für den Kongress kandidieren

Michele Bachmann: Die Republikanerin will nicht mehr für den Kongress kandidieren

Foto: JIM YOUNG/ REUTERS

Minnesota - Die republikanische Abgeordnete Michele Bachmann hat ihren Abschied aus dem Kongress angekündigt. Die 57 Jahre alte Politikerin war der Liebling der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung im US-Präsidentschaftswahlkampf 2012. Im kommenden Jahr werde sie sich nicht um eine fünfte Amtszeit im Repräsentantenhaus bewerben.

Über ihre Zukunftspläne sprach die Politikerin aus dem Bundesstaat Minnesota nicht, schloss aber eine neuerliche Kandidatur für ein politisches Amt nicht aus. Bachmann sagte in einem auf ihrer Internetseite veröffentlichten Video, es gebe keine Option "direkt in der politischen Arena oder woanders", die sie nicht ernsthaft in Erwägung ziehen würde, "wenn ich helfen kann, unsere großartige Nation für künftige Generationen zu schützen".

Die scheidende Abgeordnete betonte, dass ihr abrupter Abschied nichts mit Untersuchungen ihrer Präsidentschaftskampagne durch die Ethikwächter im Kongress und die Bundeswahlbehörde zu tun habe. US-Medien hatten im März berichtet, dass es Hinweise auf einen Missbrauch von Wahlkampfgeldern gebe.

Auch einer befürchteten Niederlage wolle sie mit ihrem Rückzug keineswegs zuvorkommen. Bei der jüngsten Wahl im November hatte sie ihren Wahlkreis nur mit einem hauchdünnen Vorsprung gegen den demokratischen Herausforderer Jim Graves verteidigen können. Umfragen sahen den reichen Hotelmanager Graves zuletzt vor der Amtsinhaberin.

Bachmann schaffte als Galionsfigur der Tea-Party-Bewegung den Sprung auf die nationale Politikbühne. Die frühere Steueranwältin prangerte einen Ausbau des Staats unter Präsident Barack Obama an, den das konservative Lager vor allem an der umstrittenen Gesundheitsreform festmachte.

Außerdem pflegte Bachmann ein Bild von sich als evangelikale Christin, die gegen Abtreibung und Homoehe zu Felde zog. Ihre Präsidentschaftsbewerbung war allerdings schnell vorbei: Nach einem enttäuschenden Abschneiden bei der ersten Vorwahl der Republikaner in Iowa im Januar 2012 schied sie aus dem Rennen aus.

mia/AFP
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