Revolte Flüchtlinge legen Flughafen auf Sardinien lahm

Aufstand auf Sardinien: Illegale Einwanderer türmten aus einem Flüchtlingslager der italienischen Insel - und stürmten auf eine Rollbahn des Flughafens von Cagliari. Dort musste der Betrieb für mehrere Stunden eingestellt werden.


Cagliari - Erst randalierten sie in einem Auffanglager auf Sardinien, dann entkamen nordafrikanische Bootsflüchtlinge auf eine Rollbahn des Flughafens von Cagliari. Auf dem Flughafen folgte ein Handgemenge zwischen wütenden Passagieren und Mitgliedern von Hilfsorganisationen, die die Flüchtlinge unterstützen. Über mehrere Stunden musste der Flughafen aus Sicherheitsgründen geschlossen werden, berichteten italienische Medien. Zahlreiche Flüge wurden demnach gestrichen. An den Unruhen beteiligten sich laut Polizei etwa 50 bis 100 Immigranten.

In dem Lager auf Sardinien war es bereits in den vergangenen Wochen mehrmals zu Unruhen gekommen. Dort werden vor allem Flüchtlinge aus Algerien festgehalten, die in Booten auf die italienische Insel gekommen sind und auf ein Asylverfahren warten.

Sardinien ist ebenso wie die Salento-Region im süditalienischen Apulien zunehmend Anlaufstelle von Bootsflüchtlingen. "Die Menschenhändler haben sich umorganisiert und benutzen jetzt neue und gefährlichere Routen", berichtete die italienische Caritas in ihrem jüngsten Immigrationsreport Ende August. Ein Grund dafür sei, dass die Regierung von Silvio Berlusconi in Zusammenarbeit mit Libyen die übers Mittelmeer nach Sizilien fliehenden Immigranten zumeist bereits auf See abfange und direkt wieder nach Afrika abschiebe.

Der Aufstand auf Sardinien sei das Ergebnis der verfehlten Einwanderungspolitik der Regierung, kritisierte die größte Oppositionspartei PD (Demokratische Partei).

Das Flüchtlingszentrum am Flughafen Cagliari hat laut italienischem Innenministerium eine Kapazität von 220 Betten. In den vergangenen Wochen war es bereits mehrfach zu kleineren Aufständen gekommen.

wit/dpa/dapd



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therude 12.10.2010
1. Europa
..und Russland und Kanada, diese unendlichen Weiten. Die haben sogar noch mehr Platz. PS: Wir halten Mecklenbur-Vorpommern doch schon als europäisches Notaufnahmelager vor. Nicht aber für Algerier aus Italien sondern für die Holländer. Sie wissen schon. Klimawandel, Erderwärmung. Meeresspiegel steigt und läuft in die niederländische Wanne. Wo bringen wir denn all die Holländer unter? Schon mal daran gedacht, bevor Sie sich Gedanken um Algerier in Italien machen?
Over the Fence, 12.10.2010
2. Einwanderungspolitik
Zitat aus dem Artikel "Der Aufstand auf Sardinien sei das Ergebnis der verfehlten Einwanderungspolitik der Regierung, kritisierte die größte Oppositionspartei PD (Demokratische Partei)." Nun, wie soll sich so eine Politik denn gestalten? Es gibt eine Menge Wirtschaftsflüchtlinge, die gerne nach Europa möchten. Was will man da machen? Alle reinlassen, ohne Qualifikation und Sprachkenntnisse? Das wird wohl nicht gehen. Es muß Entwicklungspolitik vor Ort betrieben werden, damit die Leute dort bleiben, wo sie sind. Laut Artikel sind das vor allen Dingen Algerier, die da randalierten. Das sind dann die, bzw. deren Kinder, die später in französischen Vororten randalieren werden. Wenn es schon so losgeht, noch bevor man als Flüchtling offiziell ins Land reingelassen wurde, dann verheißt das nichts Gutes. Ich gehe nicht davon aus, daß es sich hier um hochqualifizierte Migranten handelt, die die Arbeitgeberverbände allerortens so verzweifelt suchen...
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