Richterentscheid Libyen lässt festgehaltene Schweizer frei

Elf Tage lang hielt Libyen sie fest, jetzt sind zwei Schweizer wieder auf freiem Fuß - die beiden waren von der Regierung in Tripolis als Vergeltung für eine vorübergehende Festnahme eines Sohnes von Staatschef Gaddafi in Bern festgesetzt worden.

Bern - Libyen dürfen sie vorerst noch nicht verlassen, aber die beiden Schweizer sind gegen Kaution freigelassen worden: Seit dem 19. Juli waren sie festgehalten worden. Der zuständige Richter in Libyen habe die Freilassung der beiden Schweizer Kaution angeordnet, teilte das Außenministerium in Bern am Dienstagabend mit.

Die Freigelassenen befänden sich zurzeit in der Schweizer Botschaft in Tripolis. Sie seien bei guter Gesundheit. Die bilateralen Diskussionen auf diplomatischer Ebene werden laut dem Außenministerium fortgesetzt, um die Spannungen zwischen den beiden Ländern beizulegen.

Libyen hatte nach der vorübergehenden Festnahme eines Sohns von Staatschef Muammar al-Gaddafi in Genf Vergeltungsmaßnahmen gegen die Schweiz ergriffen. So wurden unter anderem die beiden Schweizer unter dem Vorwurf der Verletzung der Einreisebestimmungen festgenommen. Auch der Flugverkehr zwischen den beiden Ländern ist drastisch reduziert worden.

Am Dienstag riet Libyen seinen Staatsbürgern von Reisen in die Schweiz ab. Die Schweizer Behörden hätten fehlenden Respekt vor Libyern und anderen Arabern gezeigt und harsche Maßnahmen ergriffen, hieß es auf der Website des libyschen Außenministeriums.

hen/AP