Ukraineaffäre US-Energieminister Rick Perry tritt zurück

In der Ukraineaffäre fiel sein Name zuletzt immer öfter - nun ist Rick Perry seinen Posten an der Spitze des US-Energieministeriums los. Von dem Rücktritt erfuhr Präsident Donald Trump an Bord der Air Force One.

Rick Perry: Über seinen Rückzug war schon länger spekuliert worden
Carlos Barria/ REUTERS

Rick Perry: Über seinen Rückzug war schon länger spekuliert worden


US-Energieminister Rick Perry stellt sein Amt zur Verfügung. Das kündigte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag bei einem Besuch im Bundesstaat Texas an, ohne genaue Gründe für den Schritt zu nennen. US-Abgeordnete hatten vergangenen Woche von Perry Dokumente zur Ukraineaffäre angefordert.

Er habe als Energieminister "fantastische Arbeit" geleistet, sagte Trump. "Aber es war an der Zeit - drei Jahre sind eine lange Zeit." Ein Nachfolger stehe bereits fest. Details nannte Trump nicht.

Schon vorher hatte es Gerüchte über einen baldigen Rücktritt Perrys gegeben. Ob der eskalierende Ukraineskandal seine Entscheidungsfindung beeinflusst hat, ist derzeit noch unklar. Bloomberg hatte am Donnerstag (Ortszeit) gemeldet, dass Perry dem US-Präsidenten, der sich im Flugzeug auf dem Weg nach Texas befand, schriftlich seinen Rückzug angekündigt habe. Auch die "Washington Post" bestätigt den Vorgang.

Minister Perry wird in der Affäre eine nicht unerhebliche Rolle zugeschrieben. So soll er unter anderem Druck auf den ukrainischen Präsidenten ausgeübt haben, mit dem Ziel, belastendes Material über Hunter Biden zu finden. Biden, Sohn des demokratischen Präsidentschaftsanwärters Joe Biden, war in einer ukrainischen Firma involviert. Anders als vom Weißen Haus dargestellt, gibt es jedoch keinerlei Indizien oder gar Beweise für ein Fehlverhalten der Bidens.

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In einem diese Woche veröffentlichten Interview räumte Perry ein, sich mit Trumps persönlichem Anwalt Rudy Giuliani zum Thema Korruption in der Ukraine ausgetauscht zu haben.

Erst am vergangenen Samstag war bekannt geworden, dass US-Heimatschutzminister Kevin McAleenan ebenfalls sein Amt abgibt. Mit Perry reiht er sich ein in eine lange Liste von Rücktritten und Rauswürfen in der Trump-Administration.

jok/dpa/AFP



insgesamt 15 Beiträge
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wasistlosnix 18.10.2019
1. Leider hält er sich nicht an seine eigenen Worte!
"Aber es war an der Zeit - drei Jahre sind eine lange Zeit."
zia-zaruba 18.10.2019
2. Sagt man nicht auch....
Die Ratten verlassen das sinkende Schiff ? Erinnert mich ausser dem an die Schlußszene von "Inglorious Bastards" als der Christof Waltz einen Deal aushandelte .
renepepin59 18.10.2019
3. Oh wie wahr,...
"Aber es war an der Zeit - drei Jahre sind eine lange Zeit." Wenn DT diese Erkenntnis doch auch auf sich selbst anwenden würde, denn als grösster und bester Präsident aller Zeiten hat er ja noch eine fantastischere Arbeit geleistet...
j.oder 18.10.2019
4. das wird teuer
Bei den ganzen "Rücktritten", da müssen doch jede Menge Pensionen gezahlt werden, money for nothing, das wird teuer. Die USA sollten sich ein Beispiel an der deutschen Regierung nehmen, da tritt keiner zurück wegen "Dings", im Gegenteil, der oder die wird noch mit weit interessanteren Aufgaben betreut oder bleibt für ewig im Geschäft. Eine optimale Anwendung von Steuergeldern. Win für alle !
tempus fugit 18.10.2019
5. Und die Welt wartet....
...auf das final "You are fired!"
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