Riesiges Vorkommen Seltene Erden sollen Afghanistans Wirtschaft ankurbeln

US-Wissenschaftler haben in Afghanistan gigantische Ressourcen an Seltenen Erden entdeckt. Sie vermuten eine Million Tonnen der wertvollen Mineralien in der umkämpften Helmand-Provinz. Experten hoffen, dass sich mit diesem Reichtum viele Probleme des Landes lösen lassen.
Landschaft in der Helmand-Provinz: Enorme Vorkommen an Bodenschätzen

Landschaft in der Helmand-Provinz: Enorme Vorkommen an Bodenschätzen

Foto: Lefteris Pitarakis/ AP

US-Wissenschaftler haben ein immenses Vorkommen wertvoller Metalle in der umkämpften afghanischen Helmand-Provinz nachgewiesen. Wie das Magazin "Earth" berichtet, soll es sich dabei um etwa eine Million Tonnen Seltener Erden handeln. Zunächst waren die Rohstoffe durch hyperspektrale Wellenlängen-Aufzeichnungen per Satellit vermessen worden. Anschließend besuchte ein Forscherteam per Helikopter die vulkanischen Regionen im Süden des Landes und bestätigte die vermuteten Ausmaße des Fundes.

Zuvor waren bereits große Vorkommen von Kupfer und Kobalt in der Nähe von Kabul nachgewiesen worden, außerdem Eisen im Zentrum des Landes und Gold im Südosten. "Manche sagen, dass die reichhaltigen Bodenschätze Afghanistan retten werden, dass die Probleme des Landes gelöst werden, weil sie jetzt interne Reichtümer durch diese Ressourcen haben. Andere sagen, dass ist unmöglich", zitiert das Magazin Wayne Pennington, Geophysiker der Michigan Tech University in den USA. Er selbst vermute, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liege.

Vor allem soll es sich in der Helmand-Provinz um sogenannte leichte Seltene Erden handeln, beispielsweise Lanthan, Cerium oder Neodym. Seltene Erden werden unter anderem für Laptop- und Handy-Akkus, Magnete und Katalysatoren verwendet.

Vollkommen unerschlossene Reichtümer

Seit 2004 läuft ein Projekt der Kartographiebehörde U.S. Geological Survey, das die Menge an Bodenschätzen in Afghanistan erforscht. Die Daten werden nun der Regierung des Landes übergeben. Bereits im Jahr 2010 hatte das US-Verteidigungsministerium den Wert der Vorkommen an Kupfer, Kobalt, Gold und Lithium auf eine Billion US-Dollar geschätzt.

Solche Ressourcen sind nicht weltweit einmalig, doch in Afghanistan sind sie bislang vollkommen unerschlossen. "Es gibt andere Orte mit vielen Bodenschätzen, zum Beispiel der Westen Nordamerikas", sagte Pennington. "Der Unterschied ist, dass die afghanischen Fundstellen nicht genutzt werden. Die Rohstoffe warten noch immer darauf, eingesammelt zu werden."

Allerdings ist die Helmand-Region schwer umkämpft: Sie war immer wieder Schauplatz schwerer Zusammenstöße zwischen Nato-Truppen und Taliban-Kämpfern. Hier läuft seit Februar 2010 mit der Operation Muschtarak die größte Offensive gegen die Taliban. Die Wissenschaftler vor Ort entnahmen ihre Proben unter militärischem Schutz.

Bereits im September hatte Marc Grossman, US-Sondergesandter für Afghanistan und Pakistan, dem Land zugesagt, dass die USA die afghanische Regierung dabei unterstützen werde, diese Ressourcen auf "verantwortungsvolle, transparente und nachhaltige Art" zu nutzen. Allerdings kann es angesichts der momentanen Unruhen noch dauern, bis ein umfangreicher Abbau möglich wird.

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