Krawalle in Brasilien Straßenschlachten wegen sieben Cent

Die brasilianische Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein, die Demonstranten waren mit Molotow-Cocktails und Messern bewaffnet: In São Paulo und Rio de Janeiro kam es zu schweren Krawallen - der Protest richtete sich gegen Fahrpreiserhöhungen.
Krawalle in Brasilien: Straßenschlachten wegen sieben Cent

Krawalle in Brasilien: Straßenschlachten wegen sieben Cent

Foto: NELSON ALMEIDA/ AFP

São Paulo - Zuerst verlief der Protest friedlich, doch dann kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei: Auf den Straßen in São Paulo, aber auch in Rio de Janeiro haben Tausende in der Nacht zum Freitag gegen massive Erhöhungen der Fahrpreise in Bussen und U-Bahnen protestiert.

Die Demonstration wurde von Studenten, aber auch gewaltbereiten Gruppierungen angeführt. Nach Angaben der Polizei wurden Dutzende Demonstranten festgenommen, als es im Zentrum von São Paulo in der Avenida Paulista zu Krawallen kam. In Aufnahmen des US-Senders CNN war zu sehen, wie die Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Protestierenden vorging, die mit Messern und Molotow-Cocktails bewaffnet waren.

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Brasilien: Krawalle in São Paulo

Foto: NELSON ALMEIDA/ AFP

Organisatoren der Protestaktionen warfen der Polizei vor, zuerst gewalttätig geworden zu sein. Bei den Auseinandersetzungen wurden Fensterscheiben von mehreren Banken eingeworfen, eine U-Bahn-Station und mehrere Busse in Brand gesetzt. Der Verkehr in der City der größten Stadt Brasiliens stand durch die Krawalle stundenlang still.

Auch in Rio de Janeiro gingen mehr als 200 Menschen aus Protest gegen die Preiserhöhungen erneut auf die Straße.

Die Behörden hatten die Ticketpreise für eine einfache Fahrt im öffentlichen Nahverkehr Anfang des Monats von 3 (umgerechnet ein Euro) auf 3,20 Real (also rund sieben Cent mehr) angehoben. Sie halten die Erhöhung für vertretbar, weil sie mit 6,7 Prozent weit unter der Inflationsrate in Brasilien von 15,5 Prozent liege.

Schon in den vergangenen Tagen war es in den großen Städten, aber auch in anderen Teilen Brasiliens wegen der erhöhten Ticketpreise zu Protesten gekommen.

als/AP
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