Rivalen Palästinenser-Präsident Abbas trifft Hamas-Chef

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und der Chef der radikal-islamischen Hamas, Chaled Maschaal, haben Gespräche zur Entschärfung der politischen Krise aufgenommen. Das Treffen ist das erste der rivalisierenden Politiker seit dem Wahlsieg der Hamas vor einem Jahr.


Damaskus - Die Hamas bezweifelte bereits vor den Gesprächen in Damaskus, dass es zu einer Einigung kommen werde.

Ziel des Gesprächs ist eine Annäherung der Fatah von Abbas und der Hamas, um die tief greifende politische Krise in den Palästinenser-Gebieten zu entschärfen. Das ursprünglich für Samstag geplante Treffen war wegen Streitigkeiten über eine Einheitsregierung nicht zu Stande gekommen.

Auch am Sonntag herrsche noch Uneinigkeit über die Formulierung einer Grundsatzerklärung, erklärte der Hamas-Funktionär Issat al-Rischk. Das nun angesetzte Treffen solle zeigen, dass beide Seiten den Dialog fortsetzen wollen und die Gewalt zwischen Palästinensern ablehnen.

Maschaal lebt in Syrien im Exil. Er und Abbas führten am Sonntag separate Gespräche mit dem syrischen Vizepräsidenten Faruk al-Schara. Am Samstag hatte sich Abbas mit Präsident Baschar al-Assad getroffen. Auch dieser unterhält enge Verbindungen zu Maschaal.

Seit dem Sieg der Hamas bei den Parlamentswahlen liefern sich beide Palästinenser-Gruppen einen Machtkampf, der mancherorts mit Waffengewalt auf den Straßen ausgetragen wurde. Angesichts der verfahrenen Lage hatte Abbas gegen den Willen der Hamas Neuwahlen vorgeschlagen, weil die Bemühungen um eine Einheitsregierung erfolglos verlaufen waren.

itz/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.