Robert Levinson FBI bietet eine Million für vermissten Ex-Agenten

Wo steckt Robert Levinson? Fünf Jahre lang ist der frühere FBI-Agent schon verschwunden, womöglich wird er in Afghanistan, Iran oder Pakistan festgehalten. Jetzt hat die US-Bundespolizei eine üppige Belohnung für Hinweise ausgesetzt.

Robert Levinson: Seit 2007 spurlos verschwunden
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Robert Levinson: Seit 2007 spurlos verschwunden


Washington - Für Christine Levinson begann der Alptraum Anfang März 2007: Ihr Mann Robert war als Privatermittler auf die Insel Kisch vor der iranischen Küste geflogen - und plötzlich spurlos verschwunden. US-Vertreter gehen davon aus, dass der frühere FBI-Agent, der 1998 nach 22 Jahren aus dem Dienst schied, von einer Gruppierung im Grenzgebiet zwischen Afghanistan, Pakistan und Iran festgehalten wird.

Fünf Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden hat die US-Bundespolizei jetzt eine Belohnung für Hinweise zu dessen Verbleib ausgesetzt. Informationen, die zur Rückkehr des 63-Jährigen führten, würden mit einer Million Dollar belohnt, teilte das FBI am Dienstag in Washington mit.

Levinson gehöre weiterhin zur "Familie des FBI", obwohl er aus dem Dienst bereits ausgeschieden sei, sagte FBI-Chef Robert Mueller. Die Bundespolizei werde alles tun, um Levinsons Rückkehr in die USA zu ermöglichen. Das FBI würde jeden Tag daran arbeiten, Levinson zurück zu seiner Familie zu bringen, sagte Mueller in Anwesenheit von Levinsons Frau.

Man glaube, dass Levinson am Leben sei, sorge sich aber um seine Gesundheit, sagte ein FBI-Mitarbeiter vor Journalisten in Washington. 2010 hatte die Familie des Ex-Agenten ein Video erhalten, auf dem er abgekämpft und dünn wirkte und um Hilfe bat, weil ihm schon bald seine Diabetes-Medikamente ausgehen würden. Der Absender des Videos blieb unklar, es gab auch keine Lösegeldforderungen. Es gebe keine Worte, "um den Alptraum zu beschreiben", den sie mit ihrer Familie seit dem Verschwinden ihres Mannes erlebt habe, sagte Christine Levinson am Dienstag.

Ihr Mann war 2007 für einen privaten Auftraggeber auf die Insel Kisch gereist, nach Angaben seiner Familie ermittelte er in einem Fall von Zigarettenschmuggel. Er verbrachte demnach eine Nacht in einem Hotel, traf sich mit einem flüchtigen Mann, der den Namen Dawud Salhuddin trug und der von den iranischen Behörden gesucht wurde, weil er 1980 einen iranischen Diplomaten in den USA attackiert hatte. Levinson checkte nach einer Nacht aus dem Hotel aus - seitdem ist er verschwunden. Am Samstag wird Levinson 64 Jahre alt.

Die USA haben Iran bereits mehrfach gebeten, den Verbleib des Mannes zu klären. Teheran hatte aber stets erklärt, nichts über den Verbleib des Mannes zu wissen. Die USA und Iran unterhalten seit 1980 keine diplomatischen Beziehungen mehr.

hen/Reuters/AP



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Seite 1
ofelas 07.03.2012
1. wie du mir
Zitat von sysopAPWo steckt Robert Levinson? Fünf Jahre lang ist der frühere FBI-Agent schon verschwunden, womöglich wird er in Afghanistan, Iran oder Pakistan festgehalten. Jetzt hat die US-Bundespolizei eine üppige Belohnung für Hinweise ausgesetzt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,819797,00.html
Mich wundert nur das nicht viel mehr verschwunden sind, so eine Art extraodinary rendition aber von anderen ausgefuehrt
forumgehts? 07.03.2012
2. Warum
Zitat von sysopAPWo steckt Robert Levinson? Fünf Jahre lang ist der frühere FBI-Agent schon verschwunden, womöglich wird er in Afghanistan, Iran oder Pakistan festgehalten. Jetzt hat die US-Bundespolizei eine üppige Belohnung für Hinweise ausgesetzt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,819797,00.html
nach 5 Jahren? Wenn er verschleppt wurde, so hat man inzwischen alles aus ihm herausgekriegt und er ist jetzt entsorgt. Anscheinend gehen die USA davon aus dass er desertiert ist und möchten ihm die übliche Behandlung dafür angedeihen lassen. Sie hoffen wohl dass jemand so geldgierig ist, dass er vergisst, dass man dann nie wieder einen Überläufer haben wird.
Gaiwa 07.03.2012
3. Unsinn
Zitat von forumgehts?nach 5 Jahren? Wenn er verschleppt wurde, so hat man inzwischen alles aus ihm herausgekriegt und er ist jetzt entsorgt. Anscheinend gehen die USA davon aus dass er desertiert ist und möchten ihm die übliche Behandlung dafür angedeihen lassen. Sie hoffen wohl dass jemand so geldgierig ist, dass er vergisst, dass man dann nie wieder einen Überläufer haben wird.
Desertieren = Fahnenflucht begehen. Der Mann war kein Soldat, sondern beim FBI, also Bundespolizei und im Ruhestand. Aus ihm ist auch nichts "heraus zu holen", was auch? Wenn eine Person überläuft, dann würde man das wohl eher heimlich tun, den Tod vortäuschen, eine neue Identität geben, ect. aber nicht offen ins Land reisen, entführt werden und danach Videos schicken. Falls die Person tatsächlich mal brauchbare Infos gehabt hätte, würden sie dadurch ja sofort nutzlos werden. Also alles Spekulation eigentlich.
silverhair 07.03.2012
4.
Zitat von GaiwaDesertieren = Fahnenflucht begehen. Der Mann war kein Soldat, sondern beim FBI, also Bundespolizei und im Ruhestand. Aus ihm ist auch nichts "heraus zu holen", was auch? Wenn eine Person überläuft, dann würde man das wohl eher heimlich tun, den Tod vortäuschen, eine neue Identität geben, ect. aber nicht offen ins Land reisen, entführt werden und danach Videos schicken. Falls die Person tatsächlich mal brauchbare Infos gehabt hätte, würden sie dadurch ja sofort nutzlos werden. Also alles Spekulation eigentlich.
Na, ob das FBI eine Bundespolizei ist - ist inzwischen mehr als fraglich. Die aggieren Weltweit wie der CIA - siehe die Aktivitäten bei Megaupload und Anomynous .... Man sollte sich als Amerikaner einfach aus Gebieten heraushalten , wo die USA eben in einem halbschwebenden Kriegszustand mit leben .. das ist dann wirklich reinste Verblödung dorthin zu reisen! Und - man sollte Helfer nicht vergraulen - das FBI hat mit seinen Übergriffen auf WikiLeaks, auf Anonymous etc. inzwischen auch keine "Freunde" mehr in der restlichen Welt - der Lack der glorifizierung als "Bundespolizei" ist da ab .. Bundespolizei ermittelt eben im "eigenen Land" und nicht wie geheimdienste weltweit!
forumgehts? 08.03.2012
5. Tut
Zitat von GaiwaDesertieren = Fahnenflucht begehen. Der Mann war kein Soldat, sondern beim FBI, also Bundespolizei und im Ruhestand. Aus ihm ist auch nichts "heraus zu holen", was auch? Wenn eine Person überläuft, dann würde man das wohl eher heimlich tun, den Tod vortäuschen, eine neue Identität geben, ect. aber nicht offen ins Land reisen, entführt werden und danach Videos schicken. Falls die Person tatsächlich mal brauchbare Infos gehabt hätte, würden sie dadurch ja sofort nutzlos werden. Also alles Spekulation eigentlich.
mir leid, als Nicht-Militär bin ich bei den Fachausdrücken für soldatisches oder geheimdienstliches Abhauen nicht so bewandert. Natürlich ist alles Spekulation, ausser der ausgelobten 1 Mio. USD. Aber einen Gegenwert dafür denken die Amis schon zu bekommen - oder glauben Sie, die seien plötzlich sentimental geworden?
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