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13. Dezember 2013, 08:35 Uhr

Fall Robert Levinson

In Iran vermisster US-Bürger arbeitete für CIA

Vor knapp sieben Jahren verschwand Robert Levinson in Iran. Die US-Regierung hat bisher stets behauptet, er sei als Privatmann unterwegs gewesen. Nun wird bekannt: Der US-Amerikaner reiste im Auftrag der CIA an den Persischen Golf.

Washington - Seit fast sieben Jahren wird Robert Levinson vermisst. Der damals 59-jährige US-Amerikaner verschwand im März 2007 auf der iranischen Insel Kisch im Persischen Golf - ein zollfreies Urlaubsparadies und Hochburg des organisierten Verbrechens.

Offiziell hat die US-Regierung bislang stets behauptet, der ehemalige FBI-Agent sei damals privat unterwegs gewesen. "Robert Levinson ist während einer Geschäftsreise auf die Insel Kisch in Iran verschwunden", teilte das Weiße Haus erst im vergangenen Monat mit.

Recherchen der Nachrichtenagentur AP ergeben nun ein anderes Bild. Demnach soll ein Team von CIA-Analysten Levinson bezahlt haben, um für die US-Regierung Geheimdienstinformationen über das iranische Regime zu beschaffen. Die Analysten, die Levinson beauftragten, sollen überhaupt nicht befugt gewesen sein, Spionageaktionen zu leiten.

Treffen mit mysteriösem Kontaktmann

Nach AP-Informationen soll die CIA der Familie des Verschwundenen 2,5 Millionen US-Dollar gezahlt haben, um ein Gerichtsverfahren zu verhindern, in dem die Umstände seiner Mission bekannt geworden wären. Drei langjährige CIA-Analysten seien wegen ihrer Verwicklungen inzwischen gefeuert worden, gegen sieben weitere wurden Disziplinarmaßnahmen verhängt.

Noch immer ist unklar, wer Levinson in seiner Gewalt hat. US-Behörden sind bislang Spuren nachgegangen, wonach Drogenschmuggler oder Terroristen den Mann entführt haben könnten. Am wahrscheinlichsten sei jedoch, dass Iran ihn entweder gefangen hält oder weiß, wer ihn in den Händen hat.

AP wusste bereits seit geraumer Zeit von den Verbindungen zwischen Levinson und der CIA, verschob die Veröffentlichung allerdings mehrfach auf Drängen der US-Regierung. Inzwischen gehen jedoch auch die CIA-Analysten davon aus, dass Levinsons Entführer von dessen Kontakten zum US-Geheimdienst wissen. Er sei nicht dafür trainiert, Verhören standzuhalten. Vor seiner Iran-Reise war er im Auftrag der CIA bereits in Panama, der Türkei und Kanada unterwegs.

Weißes Haus bedauert Berichterstattung

Levinson landete am Morgen des 8. März 2007 auf Kisch. Er checkte in einem Hotel in Strandnähe ein. Dort traf er sich mit Dawud Salahuddin, einem dubiosen Amerikaner, der mit 18 Jahren zum Islam konvertierte und nach der islamischen Revolution für das Regime in Teheran tätig war. 1980 erschoss Salahuddin im Auftrag Teherans einen iranischen Ex-Diplomaten in dessen Wohnung in Maryland und floh anschließend nach Iran.

Am 9. März 2007 checkte Levinson aus dem Hotel aus, danach verliert sich seine Spur. 2010 und 2011 wurden Fotos und Videos mit Levinson veröffentlicht, seitdem gibt es kein Lebenszeichen mehr. Im März 2011 sagte die damalige US-Außenministerin, es gebe Beweise dafür, dass er in "Südwestasien" festgehalten werde, also möglicherweise auch in Afghanistan oder Pakistan.

Sollte Levinson noch am Leben sein, wäre er heute 65 Jahre alt. Iran hat eigenen Angaben zufolge keine Informationen zu seinem Verbleib.

Der CIA-Sprecher Todd Ebitz wollte die Angaben nicht kommentieren. "Wir äußern uns nicht über eine angebliche Verbindung zwischen Herrn Levinson und der US-Regierung", sagte er. Das Weiße Haus drückte sein Bedauern darüber aus, dass AP die Recherchen veröffentlichte, "die nicht dabei weiterhelfen, ihn nach Hause zu bringen". Vergeblich sei die Agentur aufgefordert worden, davon abzusehen, sagte die Sprecherin Caitlin Hayden. Die US-Regierung bemühe sich weiter, ihn zu finden und zu seiner Familie zurückzubringen.

Im September äußerte sich Irans neuer Präsident Hassan Rohani in einem CNN-Interview zum Fall Levinson. Er sagte: "Wir haben keine Informationen über ihn. Wir wissen nicht, wo er ist."

syd/AP/AFP

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