Möglicher Hackerangriff Dokumente der Russland-Ermittlungen im Internet aufgetaucht

US-Sonderermittler Mueller untersucht seit anderthalb Jahren eine mögliche Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl 2016. Nun gab er bekannt: Einige Dokumente gelangten ins Netz. Steckt Russland dahinter?

Robert Mueller
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Robert Mueller


Das Team von US-Sonderermittler Robert Mueller könnte nach eigenen Angaben Opfer eines Cyberangriffs geworden sein. Hinter der Attacke sollen demnach Hacker aus Russland stecken.

Ziel sei es gewesen, die Russland-Untersuchungen zu behindern und die Ergebnisse zu diskreditieren, erklärte Mueller in einem Schreiben. Das berichtet unter anderem die US-Nachrichtenseite "Politico".

Der frühere FBI-Chef Mueller untersucht mit seinem Team seit Mai 2017 die Einflussnahme Russlands auf die US-Präsidentschaftswahl von 2016 und eine mögliche Verwicklung des Wahlkampflagers von Donald Trump. Die Untersuchungen soll kurz vor dem Abschluss stehen, hieß es jüngst.

"Genießt die Lektüre"

Das Büro erklärte in dem Schreiben weiter, dass ein Twitter-Account mit dem Namen "HackingRedstone" bereits im Oktober 2018 einen Post absetzte, in dem es hieß, man habe sich erfolgreich Zugang zu den Unterlagen verschafft. Diese seien online mit den Worten "genießt die Lektüre" veröffentlicht worden.

Im Februar 2018 hatte Mueller 13 Russen und drei Firmen beschuldigt, sich im Jahr 2016 in den US-Wahlkampf eingemischt und den Republikaner Trump unterstützt zu haben.

Mueller spricht von "Desinformationskampagne"

Das veröffentlichte Material sei für eine Desinformationskampagne "verändert" worden, heißt es in dem Schreiben des Sonderermittlers. Das FBI fand bei den Ermittlungen keine Hinweise darauf, dass es Angriffe auf die Server gab - die IP-der Webseite mit den Daten, auf die der Twitter-Account verwies, verortete das FBI in Russland.

Woher die Informationen letztlich stammen, ist noch unklar. Eine der angeklagten russischen Firmen, denen Einflussnahme auf den Wahlkampf vorgeworfen wird, ist die Concord Management and Consulting LLC. Sie wird von einer US-amerikanischen Anwaltskanzlei vertreten. Teile der gehackten Daten waren laut dem Büro des Sonderermittlers Informationen, die Mueller ausschließlich mit dieser Anwaltskanzlei geteilt haben soll.

Trump hat eine Wahleinmischung seitens Russlands immer bestritten. Er bezeichnet Ermittlungen, die auch eine etwaige Zusammenarbeit seines Wahlkampfteams mit Moskau untersuchen, als "Hexenjagd".

mho/Reuters

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insgesamt 66 Beiträge
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Seite 1
scxy² 31.01.2019
1. Erklärungsbedürftige Berichterstattung:
"Das FBI fand bei den Ermittlungen keine Hinweise darauf, dass es Angriffe auf die Server gab - die IP-Adressen verortete das FBI in Russland." Hä?
suferone 31.01.2019
2. Die Putin Trolle
haben sich damit keinen gefallen getan denke ich! Es zeigt doch wie verzweifelt sie versuchen die Untersuchungen zu diskreditieren!
sven2016 31.01.2019
3. Die Aufklärung der Russlandverbindungen
des Trump-Teams aus Russland zu hacken entspricht so sehr der "dumb russian"-Saga, dass man es kaum glauben kann. Wenn aber die Daten aus einer US-Kanzlei stammen können, die für die russischen Hacker arbeitet, wäre es kein Hack.
ExLondonerin 31.01.2019
4. Zwei verschiedene Vorgänge
"Das FBI fand bei den Ermittlungen keine Hinweise darauf, dass es Angriffe auf die Server gab - die IP-Adressen verortete das FBI in Russland." Hä?" Es geht um zwei verschiedene Vorgänge. Es gibt keine Belege für Angriffe aus Russland, aber der Twitter-Account, der die Dokumente verlinkt hat, scheint aus Russland zu kommen. So steht es da auch, wenn man komplett zitiert und nicht selektiv.
noch_ein_forenposter 31.01.2019
5.
Zitat von scxy²"Das FBI fand bei den Ermittlungen keine Hinweise darauf, dass es Angriffe auf die Server gab - die IP-Adressen verortete das FBI in Russland." Hä?
Stand das wirklich so im Artikel? Wenn ja, muss das nachträglich rausgenommen worden sein. Wenn die Leute vom FBI tatsächlich Angriffe über geloggte IPs lokalisieren wollen, wird aus den Ermittlungen garantiert nichts. Ich kann mir mit zwei Mausklicks eine russische IP verpassen, oder ein chinesische, oder eine US-amerikanische.
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