Besuch in Nordkorea Rodman berichtet von Papa Kim

Dennis Rodman ist einer der wenigen, der engen Kontakt zu Kim Jong Un hält. Jetzt behauptet der frühere US-Basketballstar, Nordkoreas Machthaber sei Vater geworden. Er will das Mädchen Ju-Ae sogar im Arm gehalten haben.

Kim Jong Un und Gattin Ri Sol-Ju: Erneut Vater geworden?
REUTERS

Kim Jong Un und Gattin Ri Sol-Ju: Erneut Vater geworden?


London - Dennis Rodman ist schon häufiger nach Nordkorea gereist. Und glaubt man dem früheren amerikanischen Basketball-Star, waren es immer erbauliche Tage, die er mit Staatschef Kim Jong Un und dessen Familie verbrachte.

Jetzt behauptet Rodman in der britischen Zeitung "Guardian", Kim Jong Un sei vor kurzem Vater geworden. Er habe das Mädchen namens Ju-Ae auf dem Arm tragen dürfen, berichtet der inzwischen 52-Jährige. Das genaue Alter des Mädchens ist aber nicht bekannt.

Er habe mit Kim und dessen Gattin Ri Sol-Ju nette Tage am Strand mit Essen und Trinken verbracht, erzählt Rodman weiter. Rodman hielt sich seit vergangenen Dienstag in Nordkorea auf. Er will ein "historisches" Basketball-Match zwischen Nordkorea und den USA organisieren, um die Völkerverständigung zu fördern. Seine Reise nach Nordkorea wurde nach Angaben des "Guardian" vom irischen Wettbüro "Paddy" Power gesponsert.

Vor gut einem Jahr wurde bekannt, dass Kim Jong Un mit einer jungen Frau liiert ist, im Dezember war auf Bildern des Staatsfernsehens zu erkennen, dass sie hochschwanger war. Unbestätigten Berichten zufolge soll das Paar bereits ein weiteres Kind haben.

Es ist bereits die zweite Nordkorea-Reise Rodmans. Vor einem halben Jahr war der als "Bad Boy" der amerikanischen Basketball-Liga NBA bekannte Rodmanein erstes Mal in Pjöngjang - auf dem Höhepunkt internationaler Spannungen wegen Nordkoreas Atomprogramm. Nachdem er mit Kim ein Basketballspiel angesehen hatte, nannte er den Machthaber einen "Freund fürs Leben". Der Auftritt brachte Rodman in den USA Kritik und Spott ein.

als/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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contrail08 09.09.2013
1. Zwei bad boys...
... und dienen dem Frieden mehr als tausend good boys. Faszinierend: Frieden braucht Verstehen und Verstehen braucht begegnung. Schon ist der ganz Zauber, der nur aus der Angst entsteht, weg. Welcher Fussballer hätte mal Lust nach Syrien zu fahren?
hintensitzer 09.09.2013
2. Kannitverstan
Ich kann nicht verstehen, warum jeder gemeinsame Klogang dieser beiden Männer hier einen headliner bekommt. Keine Frage, Herr Kim hat eine kleine Rolle in der Weltpolitik inne, aber das bedeutet doch nicht, jede Platitüde über ihn zu bringen.
ex rostocker 09.09.2013
3. Hat Nordkorea die weibliche Erbfolge ?
Na toll, dann ist der Fortbestand der nordkoreanischen Erbmonarchie ja gesichert. Fragt sich bloß, ob auch Mädchen auf den kommunistischen Thron kommen oder ob das - wie bisher in der Dynastie Kim - nur Männern vorbehalten ist.
Na Sigoreng 09.09.2013
4. Bin amüsiert !
Wenn ich mir die Fotos so ansehe, kann ich mir nicht vorstellen, dass so ein Kerl wie Rodman sich einen Kumpel für's Leben in der Achsel des Bösen sucht ! Der kann doch sonst wo die Puppen tanzen lassen und sich amüsieren statt neben Dem Diktator im Jakett zu sitzen und ihm Beifall zu klatschen !? Meiner Meinung nach gibt es noch andere Anlässe für diese Reisen - ist er pleite und braucht das Geld ???
rainer_daeschler 09.09.2013
5. Nachfolge
Zitat von ex rostockerNa toll, dann ist der Fortbestand der nordkoreanischen Erbmonarchie ja gesichert. Fragt sich bloß, ob auch Mädchen auf den kommunistischen Thron kommen oder ob das - wie bisher in der Dynastie Kim - nur Männern vorbehalten ist.
Ich denke, dass an dem "Nachfolgerprojekt" noch weiter gearbeitet wird. Nachfolger wird sicher der Nachkomme, von dem man glaubt, dass er sich am besten im nordkoreanischen Machtapparat durchsetzen wird, um dem Kim-Clan an der Macht zu erhalten. Einerseits mutet die Erbfolge einer Monarchie an, andererseits muss sich der Nachfolger dazu der Institutionen der Volksrepublik bedienen. Das bedeutet, dass er von seinem Vater rechtzeitig in die maßgeblichen Positionen gebracht werden muss, um von dort aus den "Thron" zu sichern. Zwar hat der älteste Sohn in der koreanischen Gesellschaft eine besondere Stellung, doch eine Erbfolge, die automatische auf den ersten Sohn übergeht, kannte selbst die frühere Monarchie Koreas nicht. Wenn seine Position unwidersprochen wäre, müsste er es nicht so demonstrativ darstellen lassen. Kim Jong-Un ist weder das erst geborene Kind (das ist seine Schwester), noch der älteste Sohn. Da sind zwei Ältere vor ihm, die aber von dem Vater, Kim Jong-il, als Nachfolger für ungeeignet gehalten wurden. Es ist also damit zu rechnen, dass Kim Jong-un auf Grund dieser Erfahrung seines Vaters sich noch um weitere Nachkommen bemühen wird. Dass eine Tochter mal ihn ablösen wird, ist formal zwar nicht ausgeschlossen, doch dass sie sich gegen die betagten Generäle in der Militärführung durchsetzen wird können, ist schwer vorstellbar. Dieses Problem scheint selbst Kim Jong-un zu haben. Der ist zwar nicht weiblich, aber noch jung. Er ist in der Außendarstellung bemüht sich von hochrangigen Generälen umringt darzustellen, die das Notizbuch gezückt die Worte des weisen Lehrmeisters notieren.
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