Rohingya-Konflikt Myanmar schneidet eine Million Menschen vom Internet ab

In Myanmars Bundesstaat Rakhine bekämpfen sich das Militär und Angehörige der Rohingya-Minderheit. Jetzt ließ die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi dort die Internetverbindung kappen.

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi
DIEGO AZUBEL/EPA-EFE/REX

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi


Menschenrechtsaktivisten protestierten gegen die Unterdrückung von Informationen: Auf Anweisung der Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi sind in Myanmar mehr als eine Million Menschen vom Internet abgeschnitten. Im Bundesstaat Rakhine kappten vier Telekommunikationsunternehmen nach Aufforderung des Kommunikationsministeriums den Zugang. Die Unterbrechung dauert bereits seit Freitag vergangener Woche.

In der Region bekämpfen sich seit vielen Jahren islamische Rebellen und das Militär. Mehr als 750.000 Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya sind seit 2017 aus Furcht vor brutaler Gewalt durch die Armee bereits ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Die Vereinten Nationen sprechen von Völkermord. In Myanmar ist die große Mehrheit der Bevölkerung buddhistischen Glaubens.

Rohingya-Flüchtlinge an der Grenze zu Bangladesch
AFP

Rohingya-Flüchtlinge an der Grenze zu Bangladesch

Das Kommunikationsministerium ließ offen, wie lange die Blockade dauern soll. Ein Sprecher sagte, das Internet werde wieder zugänglich sein, "wenn Friede und Ordnung in der Region wiederhergestellt sind". Das Telefonieren und das Versenden von Sprachnachrichten sind weiterhin möglich.

als/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.